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Saarländische Kinos

 

 

Auf dieser Seite stellen wir Lichtspielhäuser vor, die in der Zeit des autonomen Saarstaats in Betrieb waren; teilweise auch ihre Vorgänger- und Nachfolger-Kinos.

 

Auf unserer Seite Kino im Saarland gibt es allgemeine Informationen zum Kinowesen zur Saarstaatzeit.

 


 

Diese Seite wird ständig erweitert. Dabei sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen!  Vielleicht können Sie mit Infos und/oder Bildern von saarländischen Kinos aus den 40er-, 50er- und frühen 60er-Jahren zum Ausbau der Seite beitragen? Bitte melden Sie sich: > Kontakt

 

Bitte beachten:

Die folgende Aufstellung beginnt mit den Kinos unserer Hauptstadt  (in alphabetischer Reihenfolge der Kino-Namen).

Danach kommen die Saarbrücker Stadtteile Brebach, Burbach und St. Arnual.

Daran anschließend folgen in alphabetischer Reihenfolge die anderen saarländischen Orte (von Altenkessel bis Wemmetsweiler).

 


 

Derzeit sind auf dieser Seite Lichtspielhäuser folgender Städte und Gemeinden (ein Klick führt Sie direkt zum gewünschten Ort):

 

 Altenkessel  -  Altenwald  -  Beckingen  -  Besseringen  -  Bexbach  -  Bischmisheim  -  Blieskastel  -  Bosen  -  Bous  -  Brebach  -  Brotdorf  -  Burbach  -  Differten  -  Dillingen  -  Dudweiler  -  Ensheim  -  Elversberg  -  Fischbach  -  Fraulautern  -  Friedrichsthal  -  Gersweiler  -  Gonnesweiler  -  Göttelborn  -  Großrosseln  -  Güdingen  -  Hanweiler  -  Herrensohr  -  Heusweiler  -  Holz  -  Homburg  -  Hostenbach  -  Illingen  -  Kleinblittersdorf  -  Köllerbach  -  Landsweiler-Reden  -  Lauterbach  -  Lebach  -  Limbach  -  Losheim  -  Ludweiler  -  Merchweiler  -  Merzig  -  Mettlach  -  Namborn  -  Neunkirchen  -  Nohfelden  -  Nonnweiler -  Nunkirchen  -  Ottweiler  -  Quierschied  -  Rehlingen  -  Riegelsberg  -  Roden  -  Rohrbach  -  Saarbrücken  -  Saarlouis  -  Schaffhausen  -  Schiffweiler  -  Schmelz  -  Siersburg  -  Sötern  -  Spiesen  -  St. Arnual  - St. Ingbert  -  St. Wendel  -  Scheidt  -  Schmelz  -  Theley  -  Tholey  -  Urexweiler  -  Völklingen  -  Wadern  -  Wadgassen - Weiskirchen  -  Wiebelskirchen  -  Wellesweiler  -  Wemmetsweiler


 

 

SAARBRÜCKEN  

 

 (Kino-Namen in alphabetischer Reihenfolge. - Brebach, Burbach und St. Arnual sind unterhalb der Innenstadt-Kinos!)

 

 

kino achteinhalb  (oder Kino 8 1/2)

 

Das "kino achteinhalb" wurde erst Ende der achtziger-Jahre im "kultur- und werkhof" Nauwieser Straße 19 gegründet.

 

 

 

Apollo-Filmbühne  (Ende der 40er- bis in die 80er-Jahre)

 

 

Bild vom Apollo-Kino wird geladen.Das Bild links zeigt das frühere Apollo-Theater, das sich von 1924 bis 1944 in der Kohlwaagstraße 4 befunden und 960 Zuschauern Platz geboten hatte.

 

Die Apollo-Filmbühne wurde kurz nach dem Krieg im Hafenviertel eröffnet. 1952 zog sie in die Eisenbahnstraße 31 um und verfügte dort über 392 Sitzplätze. Ihr Inhaber war Ingenieur Erwin Keck, der technische Direktor der Saarländischen Film-Vertriebs-GmbH, Warndtstraße.

 

In den 70er-Jahren soll das Apollo nur noch ein Porno-Kino gewesen sein. Seine Räumlichkeiten wurden Ende der 80er Jahre von der daneben ansässigen Saarbrücker Zeitung (SZ) übernommen und umgebaut. Intern wird das Gebäude unter SZ-Mitarbeitern immer noch "Apollo-Haus" genannt. Heute befindet sich darin das Forum der SZ, in dem Veranstaltungen stattfinden.

 

Das Bild hat der Fotograf Walter Barbian etwa 1952/53 vor der Metzgerei Konrad in der Eisenbahnstraße 29 aufgenommen. Dabei ging es ihm sicher mehr um das Pferdefuhrwerk und die Passantin, die mit einem Polizisten plaudert. Aber im Hintergrund sieht man oben rechts die ersten Buchstaben des Kino-Namens Apollo und durch die Arkaden hindurch einen Teil der Programmtafel mit den Worten "Mittwoch: ...Gräfin" und "Samstag: Casablanca ... Ingrid Bergmann".  

 

Fotos: Bild oben links aus einer Postkarte von 1924 (von der Website http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Saarbr%C3%BCcken_Apollo-Theater)

Rechts oben: Eisenbahnstr. 29-31, 1953: Foto: Walter Barbian © http://www.saarlandarchiv-walter-barbian.eu

 

Camera  (von 1959 bis 1999)

 

 

Dieses beliebte Saarbrücker Filmkunsttheater wurde an verschiedenen Orten der Stadt betrieben.

 

Einen ausführlichen Bildbericht über die Camera finden Sie >auf dieser Extraseite!

 

Foto: die Camera in der Ludwigstraße 59 in Malstatt 1959

  

 

Capitol-Theater:  siehe am Ende des Saarbrücker Teils, hinter Burbach und Brebach unter "St. Arnual"

 

 

 

City-Kino (von 1957 bis 1977 - oder länger?)

 

am St. Johanner Markt (heute: Am Stiefel) 2, Ecke Fröschengasse (im Bild ganz rechts zu sehen)

 

Das kleine "City-Kino" befand sich im Gebäude des heutigen Stiefelbräu. Sein Besitzer war von 1957 bis 1977 der gelernte Werbegrafiker und Kinoplakatmaler Albert Thäder [1]. Es hatte 210 Sitzplätze und zeigte meist so genannte "B-Filme". In den 60er-Jahren wurde es oft schon am frühen Nachmittag aufgesucht, gerne auch von Studenten und älteren Schülern. Dort liefen dann meist billige "heiße Sexstreifen" (nach damaliger Ansicht; die sogenannte 'sexuelle Revolution' nahm ja gerade erst ihren Anfang...). Später war es ein reines Porno-Kino.

 

[1] Siehe: Historisches Museum Saar (Hrsg.). Mehr als nur Reklame. Saarbrücken 1995, S. 173.   -  Foto rechts : Fritz Schuck

 

 

GLORIA-Palast, Trierer Str. 42, Ecke St.Johanner Straße  (Kino von ca. 1931 bis 1984)

    

Dieses Kino wurde etwa 1931 eröffnet. 1944 musste es wegen starker Kriegsschäden geschlossen werden. Ab 1952 war es jedoch wieder in Betrieb, Inhaber war Ernst Gill. Es verfügte über einen riesengroßen Saal und war das größte Kino der Stadt. 1956 wurde es umgebaut. Aus Anlass seiner Eröffnung lief der Kurt-Hoffmann-Film "Heute heiratet mein Mann". Die Haupdarstellerin Liselotte Pulver und der Regisseur waren persönlich anwesend. Der Gloria-Palast verfügte über 1050 Plätze und eine riesige Leinwand.

 

Er wurde nach 1984 als Kino geschlossen. Dann eröffnete im selben Gebäude eine Großraum-Diskothek unter dem Namen "Gloria". Nach 1991 hieß sie X-Dream und von 1996 bis 2016 N8werk (ein Foto davon ist auf unserer Seite Orte und Gebäude unter Nr. 4 zu sehen). 2017 wird sie nach einem Umbau als "Gloria Stages" wieder eröffnet.

 

Das Gloria befindet sich in der Trierer Straße 42, Ecke St. Johanner Straße, gegenüber dem alten Postgebäude (seit 2015 Sitz des saarld. Kultusministeriums)  - Diese drei Fotos (© saar-nostalgie.de) wurden am 6. Juni 1956 aufgenommen. In jener Woche lief dort gerade der deutsche Heimatfilm "Ferien in Tirol" mit Hans Söhnker, Michael Ande, Beppo Brem u.a.

 

 


Gloria-Filmpalast 1956: Links ein Blick ins Innere, rechts der kleine Platz vor dem Kinoeingang, mit Feuermelder und Wegweisern

 

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass auf den beiden Fotos nur Männer zu sehen sind. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (M.A.N. AG) führte an jenem 6. Juni 1956 in einer Matineevorstellung ihren Farbfilm "Auf Schritt und Tritt" für geladene Geschäftsfreunde vor. In dem Werbefilm wurden auf unterhaltsame Weise sämtliche Produkte der Firma vorgestellt. Er wurde auch in vielen anderen deutschen Großstädten in ähnlichen Veranstaltungen gezeigt.

Etwa vier Jahre vorher:  Eingangshalle und Zuschauerraum des Gloria-Palasts 1952.

(Diese zwei Fotos aus: 5 Jahre Bauen an der Saar. Saarbrücken 1952)

 

 

Johannishof - Filmtheater   (Mainzer Straße 30; Kinobetrieb von 1945 bis 1948)

 

 

    

 

Bereits am 16. Oktober 1945 wurde im Johannishof unter der Regie der französischen Besatzungsmacht das erste Kino in Saarbrücken nach dem Krieg eröffnet [1], und einige Zeit danach auch das Kino in der Wartburg (siehe weiter unten).


Das Filmtheater Johannishof bot etwa 1000 Zuschauern Platz. Als sich danach mehrere andere große Filmhäuser in Saarbrücken etabliert hatten, wurde das Kino im Johannishof schon 1948 wieder geschlossen, weil der große Saal als Raum für große Bälle und Versammlungen gebraucht wurde. Es gab dort aber auch danach gelegentlich noch offentliche Filmvorführungen.

[1] Siehe: Trautes, Hans. Erinnerungen an Saarbrücken während des zweiten Weltkrieges 1939 - 1945. Saarbrücken 1974, Seite 142.

 

Das Foto oben links zeigt den Johannishof sieben Jahre nach seiner Zeit als Kino, nämlich beim 6. Landesparteitag der CVP 1955 (über den es demnächst auf Saar-Nostalgie einen Fotobericht geben wird).  (Foto: Stadtarchiv Saarbrücken)

 

 

 

Kammerlichtspiele,  Dudweilerstraße 4

 

 

(von 1918 bis 1944, also vor der Saarstaatzeit)

 

In der Dudweilerstraße 4 wurde früher ein Lichtspielhaus unter dem Namen "Kammerlichtspiele" betrieben. Es hatte 679 Sitzplätze und gehörte zur Ufa. Das Kino war 1918 eröffnet und 1944 geschlossen worden. Zum Bild rechts: Der Film "Das Erbe in Pretoria" mit Paul Henckels und Charlotte Susa war 1934 gedreht worden.

 

Auf dem dritten Bild in unserem Abschnitt über das Union-Theater (siehe weiter unten!) sieht man hinter der Straßenbahn den Eingang zu dem früheren UFA-Palast. Darüber kann man einen an der Hauswand aufgemalten Hinweis auf die Kammerlichtspiele lesen. Wenn man von dort aus die Bahnhofstraße überquerte, kam man zu diesem Kino im zweiten Haus auf der linken Seite der Dudweilerstraße.

 

 

 

Kammer-Li ("Kammer-Lichtspiele im Europahaus"), Dudweilerstraße (1960 bis Ende 1979)  -  (nach der Saarstaatzeit)

   

 

Das Kammer-Li befand sich im "Europahaus", das die Adresse "Bahnhofstraße 38" trägt. Dieser Gebäudekomplex beginnt mit dem Haus an der Ecke Bahnhofstr./Dudweilerstraße (früher Radio Krüsmann) und zieht sich in der Dudweilerstraße hin bis zu der Einmündung Birnengässchen. Kurz vor dieser Einmündung befand sich der Eingang zum Kammer-Li. Es war in der 1. Etage eingerichtet, und man erreichte es von der Straße aus über eine innen gelegene Treppe. Heute ist dort ein Spielcasino. Einige Häuser weiter war damals, im Haus Dudweilerstraße 10, das "Café Wien" von Georg Zeitz.

 

Das Kino verfügte über 155 Sitzplätze mit Hochpolstern. Die Eröffnungsvorstellung fand Weihnachten 1960 statt. Die Projektoren mit Xenon-Lampen stammten von Ernemann, die zunächst einkanalige Lichttonausrüstung kam von Siemens-Klangfilm, Verstärker und Lautsprecher waren von Philips. Betrieben wurde das Kino von der "G.-G. Filmtheater Betriebs-GmbH" mit Geschäftsführer Heinrich Gard, später von der "Saarfilm-Verleih-Agentur und Filmtheaterbetriebe" (kurz Saarfilm-Agentur).

 

Betreiber und Geschäftsführer des Kammer-Li hatten mit ihrer Filmauswahl eine anspruchsvolle Programmgestaltung zum Ziel. Es gab wöchentlich bis zu 35 Vorstellungen, darunter auch eine Spätvorstellung.

 

1974 brachte die Saarfilm-Agentur das Kammer-Li zusammen mit der schon 1972 von der Familie Theis übernommenen camera (siehe hier!) in die neu gegründete "Studio-Kino GmbH" ein. Als Konsequenz dieses Zusammenschlusses gingen in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre die Projektoren des Kammer-Li aber recht schnell für immer aus.

 

 (Foto oben vom Kinoeingang Ende der 70er-Jahre: Paul Hartung. - Eintrittskarten: Rainer Reeb)

 

 

Metropol  (siehe weiter unten, unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

 

Passage-Kino, Bahnhofstr. 82/84 (1951 bis heute)


In der Bahnhofstraße am Eingang zur Passagestraße gelegen, heute direkt neben dem PEKA (Galeria Kaufhof), war das Passage-Kino nach seiner Eröffnung 1951 mit 900 Plätzen eines der größten Premieren-Kinos im südwestdeutschen Raum. Sein Architekt war Karl Kremer. Leiter des Kinos war Theaterdirektor Hippolyt Philipp, Vorstand der Passage-Kino-AG hieß Karl A. Jung.

Fotos:

rechts:SaarfilmGmbH; aus: http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php? title= Saarbrücken_Passage. -  Unten aus: Fünf Jahre Bauen an der Saar, Sonderausgabe des "Bau-Anzeiger für das Saarland", Saarbrücken 1952

 

 

 

Kommentar unserer Ald Schwaduddel zum Bild links: Ach, die schönen Schaufenster am Eingang zum PK-Kino! Wie oft habe ich davor gestanden, kümmerlich angezogen mit Bluse, Rock, Kniestrümpfen und Sandalen, und davon geträumt, wie es wohl ist, wenn man sich so schöne Sachen kaufen kann... wie man sich in so etwas fühlen mag? Die "Rue" - wie meine Eltern damals noch zur Bahnhofstraße sagten - war erst halb oder provisorisch wiederaufgebaut! Zum Träumen hatte man wirklich nur das Kino, die Realität war nicht sehr ermunternd.
 

Bei der Einweihung des Passagekinos am 18. Dezember 1951 (siehe Bild unten) waren auch Johannes Hoffmann und Gilbert Grandval zugegen. Gezeigt wurde der Film "Hoffmanns Erzählungen" (nach der Operette von Jacques Offenbach). Das Geländer, das links zu sehen ist, trennte die oberen (Logen-)Plätze von dem Treppenaufgang ab, über den man vom Eingang aus zum Kinosaal hinaufkam.


Saarbrücker Zeitung vom 18.12.1951              

 

Man könnte vielleicht mit zwei Sprechblasen erklären, warum die beiden Politiker so herzlich lachen.

Grandval: "Welchen Film zeigen sie eigentlich heute Abend?"

Hoffmann: "Na was denn schon, natürlich Hoffmanns Erzählungen!"
  

 

Foto oben: Stadtarchiv Saarbrücken; Zeitungsausschnitte: Landesarchiv Saarland

 

 

Rastpfuhl-Lichtspiele

 

Dieses Kino befand sich Am Rastpfuhl 4. Es war im Haus der Gaststätte "Zum Rastpfuhl" untergebracht. Deren Inhaberin war Luise Holzwarth; im Volksmund wurde die Gaststätte daher 's Luis genannt. Als das Kino Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre geschlossen wurde, konnte man seine Klappsitze für 5,- DM das Stück kaufen.  [Info von Stefan Oemisch, 64390 Erzhausen]

 

Wer hat weitere Informationen, Erinnerungen oder Bilder von diesem Kino???  >Kontakt

 

 

Rex-Lichtspiele  (siehe unten, unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

Roxy-Kino (bis ca. 2003)

 

Dieses Kino war in der Bahnhofstraße 109 im ersten Stock untergebracht, gegenüber dem heutigen C&A. Anfangs wurden dort "normale" Filme gezeigt, später jedoch nur noch Pornos. Es wurde wohl erst nach der Saarstaatzeit eröffnet und etwa 2002/3 geschlossen.

[Info von Stefan Oemisch, 64390 Erzhausen]

 

 

Saar-Theater Brebach (siehe unten, unter Saarbrücken-Brebach!)

 

 

Scala - Filmpalast

 

(von 1951 bis 2005; seit 2006: camera zwo - das arthouse kino)

 

1951 eröffnete in Saarbrücken, Futterstr. 5-7, das damals größte Kino im südwest- deutschen Raum: der Scala-Filmpalast. Er verfügte über 1360 Sitzplätze. Architekt war Bernhard Schultheis.

Ein erster Umbau teilte das Kino in den 70er Jahren in drei Säle. 1981 wurde es in ein Kinocenter mit 6 Sälen umgebaut.

Ende 2005 wurde das Scala - Kino geschlossen, um am 5. Januar 2006 unter dem Namen "camera zwo" mit neuer programmatischer Ausrichtung wieder neu eröffnet zu werden.

(Infos aus: http://www.camerazwo.de/)

 

Die Schwarz/Weiß-Bilder wurden in den Jahren 1951/52 aufgenommen.

(Fotos aus "5 Jahre Bauen an der Saar", Saarbrücken 1952).

Bild oben links: Der Eingang zum Kino in der Futterstraße; oben rechts: Der Treppenaufgang zum Kinosaal.

Bild unten: Der Zuschauerraum des Scala-Kinos. Die Leinwand hatte damals natürlich noch das Format 4:3. - Bild links: Werbung für dasScala-Filmtheater

 

 

 

Diese beiden Fotos aus den späten 50er-Jahren wurden mit freundlicher Genehmigung der Website http://www.camerazwo.de entnommen.

 

 

TIVO-Lichtspiele und  

 

TIVOLI-Filmtheater (in Malstatt)

 

 

1)  Von 1919 (oder erst 1929?) bis 1944 befanden sich am Malstatter Markt (am Ende der Stromstraße) die TIVO- bzw. Tivoli-Lichtspiele. Die Adresse war Breite Straße 2/4 (von 1935 bis 1945 hieß die Straße Jakob-Johannes-Straße). Das Kino verfügte über 643 Plätze, Besitzer war Anton Haaßer. Es wurde nach dem Krieg wohl nicht wieder eröffnet.

 

2)  Am 1. Oktober 1955 eröffnete auf dem Rastpfuhl am Pariser Platz das TIVOLI-Filmtheater. Seine Anschrift lautete Rheinstraße 29, der Betreiber hieß Jacques Giachino. Es befand sich im ersten Stock des Gebäudes und bot 536 Besuchern Platz. Gleich in den ersten Wochen liefen dort einige berühmte Filme.

 

 

In einer Tageszeitung wurde das von dem Architekten Gütler neu erbaute Theater anlässlich seiner Eröffnung gelobt als "eines der schönsten und modernsten unter den rund 150 Theatern des Saarlandes". Der Autor des Artikels äußerte u.a. die Forderung, dass in Saarbücken "endlich der hohen Belastung durch Lustbarkeits- und Produktionssteuer ein Riegel vorgeschoben werden" müsste.

 

(Eine Kopie dieses Zeitungsberichts von 1955 liegt uns vor, Datum und Quelle sind leider unbekannt.)

 

Das Kino wechselte schon Ende der 50er-Jahre den Besitzer und wurde von einer „Ann Maschauer“ übernommen.

Infos zu diesem Text vom Landesarchiv Saarbrücken und St.Oemisch, 64390 Erzhausen

 

Die nebenstehende Anzeige aus dem Kinoteil der Saarbrücker Zeitung vom Juli 1956 zeigte das Programm des TIVOLI an; in jener Woche lief z.B. in der Spätvorstellung der Film "Die Caine war ihr Schicksal".

Das Foto oben war in der darunter zitierten Tageszeitung von 1955 abgebildet.

 


Union-Theater (U.T.), Dudweilerstr. 2 (im Abschnitt zwischen Saar und Bahnhofstr.); von 1935 bis 1944: UFA-Filmpalast

An der Ecke Dudweiler Straße/Berliner Promenade befindet sich heute das Saar Center, in dem auch die modernen UT-Kinos untergebracht sind. An dieser Stelle stand bereits seit 1922 der UFA-Filmpalast bzw. UFA-Palast mit 1500 Plätzen.

 


 

Auf der Vorkriegs-Luftaufnahme unten ist halblinks dieser Palast mit dem runden Dach zu sehen. Unten rechts steht in der Dudweiler Straße eine Straßenbahn kurz vor der Kreuzung mit der Bahnhofstraße; ganz links oben sieht man Schiffe auf der Saar.

Foto v. 1932; © Landesbildstelle Saarland im LPM  

Zur Eröffnung des U.T. im Jahr 1949 wurde das "Walt Disney-Farbfilmwunder" 'Schneewittchen und die 7 Zwerge' gespielt. (Siehe Bild links; aus: Schleiden, "Saarbrücken so wie es war 2", Droste Verlag.)  

 

Zur Geschichte des U.T.:  Der Filmpalast am Anfang der Dudweiler Straße wurde 1922 im Auftrag von John Davidson von den Saarbrücker Architekten Brugger und Seifert als großangelegter Kuppelbau geplant und von der Firma Dyckerhoff und Widmann erstellt. Am 20.9.1922 wurde darin das "U.T." (Union-Theater) eröffnet. Es fasste ca. 1500 Personen. Der Eröffnungsfilm war „Das Weib des Pharao" von Ernst Lubitsch. Nach dem Anschluss ans Deutsche Reich (1935) benannte man das Kino in UFA-Filmpalast um. Kurz vor Kriegsende wurde der Bau - wahrscheinlich bei dem verheerenden Bombenangriff vom 5. Oktober 1944 - völlig zerstört.

 

Nach dem Krieg wurde 1949 an dieser Stelle das neue Union-Theater (UT) eingeweiht. Peter Hellbrück aus Wellesweiler hatte bis 1944 drei Kinos besessen, die ebenfalls im Krieg zerstört wurden (Zentraltheater in Pirmasens, Walhalla-Theater in Neunkirchen und Zentral-Theater in der Saarbrücker Hafenstraße). Schon im Mai 1945 begann er auf eigene Faust und auf eigene Rechnung mit dem Wiederaufbau des UFA-Palastes in Saarbrücken an der alten Stelle.

 

Nachdem die Franzosen das Saarland im Juni 1945 in ihre Besatzungszone übernommen hatten, bestellten sie Max Bernheim zum Sequesterverwalter der saarländischen Kinos. Dieser wollte nun aber den UFA-Palast in eigener Regie aufbauen und begann, Hellbrück zu bedrängen. Johannes Hoffmann und Wirtschaftsminister Dr. Franz Singer ermutigten ihn jedoch zum Weiterbau, damit dem Saargebiet diese wichtige Kulturstätte wiedergegeben werden konnte.

 

Daraufhin brachte Bernheim die Angelegenheit vor Gericht, es kam aber zu keiner Entscheidung. Im November 1949 wurde der von Peter Hellbrück inzwischen fertiggestellte Filmpalast kurz vor seiner geplanten Eröffnung von der Polizei gesperrt.

 

Das Kino wurde bald danach trotzdem eröffnet, allerdings nicht von Hellbrück, sondern durch das Vermögens-Kontrollamt des Saarlandes. Es wurde in die Regie des "Saarländischen Filmvertriebs" übergeben, deren Teilhaber Johannes Hoffmann, Franz Singer, der Sequester-Generaldirektor Frédéric Schlachter und der Fraktionsvorsitzende der CVP, Erwin Müller waren. Hellbrück kämpfte weiter um sein Recht, aber vergebens. Denn er hatte zwar von den Besatzungsbehörden und der Stadt Saarbrücken das Wiederaufbaurecht und wohl auch ein Vorkaufsrecht erworben, besaß aber keinen gültigen Pachtvertrag. Diesen hätte er mit dem Rechtsnachfolger der UFA abschließen müssen. Sogar der Landtag konnte ihm nicht helfen. Im Mai 1950 wurde ihm "bestenfalls eine Abfindung" in Aussicht gestellt.

 

Bis dahin hatte der UFA-Filmpalast seinen Betreibern schon rund 35 Millionen Franken eingespielt, von denen nach Abzug von Lizenzen und Vorführkosten allerdings nur etwa 8 Millionen als Gewinn vor Steuern übrig blieben.

 

Diese Vorgänge hat das Magazin DER SPIEGEL schon am 22.6.1950 unter der Überschrift "Fängt an zu stinken" sehr ausführlich und kritisch geschildert [1]. Es veröffentlichte von 1948 bis 1955 immer wieder Beiträge, in denen es wirkliche oder angebliche Ungerechtigkeiten im teilautonomen Saarstaat - oft übertrieben heftig - anprangerte. In diesem Fall wurde die Rolle der Saar-Regierung wesentlich negativer dargestellt, als sie in Wirklichkeit war. - Wir hatten unseren Text über den UFA-Palast zunächst nur anhand des genannten Spiegel-Artikels erstellt. Aufgrund neuerer Recherchen in Unterlagen des Landesarchivs haben wir ihn im April 2016 teilweise abgeändert. (Vielen Dank an Dr. Paul Burgard vom LA!)

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[1] Den vollständigen Spiegelartikel können Sie - in all seiner Härte - nachlesen unter der folgenden Internetadresse: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448369.html

 

 

Volksbühne der Arbeiterwohlfahrt GmbH, Warndtstraße 45 (evtl. hieß das Kino später VOX)

 

Schon 1934 wurden in der Hohenzollernstraße 45 im Festsaal der Arbeiter-Wohlfahrt ("A.W.-Festssal") Tonfilm-Vorführungen angeboten.

 

Nach dem Krieg richtete die VOX GmbH im Haus der Arbeiterwohlfahrt wieder ein Kino ein. Es bot zunächst 274, später 450 Zuschauern Platz und trug den Namen "Volksbühne der Arbeiterwohlfahrt" oder "Volksbühne Warndtstraße" [1]; Geschäftsführer war Karl Heinz Pether. Möglicherweise wurde es später in VOX-Kino umbenannt.

 

[1] Die Hohenzollernstraße hieß von 1946 bis 1957 Warndtstraße, siehe unsere Seite Straßennamen

 

Wer weiß mehr über dieses Kino?  Bitte melden Sie sich unter  >Kontakt

 

 

Volkshaus Lichtspiele  (siehe unten unter Saarbrücken-Burbach!)

 

 

VOX  Warndtstraße   (siehe oben unter Volksbühne!)   

 

 


 

 

Wartburg-Lichtspiele

 


 

Nauwieser Straße 75 (nach Straßenum- benennung 1951: Martin-Luther-Straße 12)

 

 

Der große Saal der Wartburg wurde vom 30. November 1945 bis 1952 auch als Kino genutzt. Zusammen mit dem Filmtheater im Johannishof waren dies die beiden ersten Kinos, die in Saarbrücken nach dem Krieg eröffnet wurden.

 

 

Die Wartburg war schon 1928 als Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sankt Johann erbaut worden. Ab 1946 diente sie auch als Funkhaus für Radio Saarbrücken. Ihr riesiger Festsaal wurde vom Rundfunk als Sendesaal genutzt, bot aber auch zahlreichen anderen Veranstaltungen Platz.

 

 

 

 

Die Wartburg-Lichtspiele verfügten über etwa 1230 Sitzplätze. Inhaber der Wartburg war die Saarfilm-G.m.b.H.

 

Als ihr Betreiber fungierte zunächst Jakob Krämer, später Benno Schallert.

 

(Foto links oben: Stadtarchiv Saarbrücken, rechts: oben und hier links: Kinowerbungen 1950)

 

Bitte beachten Sie auch unsere Seite über die Wartburg mit ausführlicher Beschreibung des Gebäudes und seiner vielfältigen Nutzung. 

 


 

 

SAARBRÜCKEN - BREBACH


Saar-Theater
ab 1949  (von 1936 bis 1943: Westmark-Lichtspiele), Riesenstraße 40 (Text und Bilder: Manfred Hahn) 

 

 

Das einzige Kino Brebachs verfügte bis 1957 über 500 Plätze, danach über 483, ab 1959 431 und ab 1960 über 448 Plätze.

 

Leider liegt uns kein Foto vom Saar-Theater unter diesem Namen vor. Können Sie helfen?

 

Die Westmark-Lichtspiele wurden von 1936 bis 1943 von Fritz Bach in der Riesenstraße 13 betrieben. Er baute einen dort bestehenden Tanzsaal um, der auch schon als Theater und als Turnsaal gedient hatte. Das Kino verfügte zunächst über 500 Plätze und eine Loge im ersten Stock. In den Folgejahren wurde die Platzkapazität zweimal verringert. Die Leinwand soll 12 Meter breit gewesen sein.

 

Nach dem Krieg ging es ab 1949 weiter. Das Saar-Theater, wie es Bach nun nannte, war weit über Brebach hinaus eine Institution. Das Kinderkino am Sonntag Nachmittag und die Spätvorstellungen am Wochenende lockten Scharen von Besuchern an. War abends Programmwechsel, so kam es regelmäßig zu Verkehrsstaus in Brebach. Während die 500 Besucher der ersten Vorstellung den Kinosaal über den Nebeneingang verließen, warteten schon weitere 500 Zuschauer an der Kasse auf ihren Einlass. Die Straßenbahn soll sogar Sonderfahrten zum Kino eingerichtet haben.

 

Ab Anfang der 60er-Jahre nahm Fritz Bach Kontakt mit einer Mannheimer Filmverleihfirma auf, die italienischsprachige, später auch türkische Filme im Angebot hatte. Das Saar-Theater dürfte das erste saarländische Kino gewesen sein, das reine Gastarbeitervorstellungen mit Filmen in Originalsprache über die Leinwand flimmern ließ.

 

Im Januar 1974 fiel der letzte Vorhang. Die Ölpreise waren innerhalb kurzer Zeit so stark gestiegen, dass der Saal nicht mehr geheizt werden konnte.  

 


 

 

SAARBRÜCKEN - BURBACH
 

Volkshaus-Lichtspiele,  Metropol (Hochstraße 104), REX (Jakobstraße), Capitol (Serriger Straße)

 

       

 

- Die Volkshaus-Lichtspiele in Burbach eröffneten nach dem Johannishof und der Wartburg am 3. Oktober 1946 als drittes Kino in Saarbrücken nach dem Krieg. Sie verfügten über 462 Plätze (an anderer Stelle wird die Zahl 800 genannt). Der Standort war in der Aachener Straße 32 (laut Adressbuch von 1956).

 

- Das Metropol-Theater Burbach (517 Plätze) hatte seinen Betrieb bereits 1910 in der Jakobstr. 10 eröffnet. Als Adresse ist 1934 im Saarbrücker Adressbuch Wilhelmstraße 15 eingetragen. Inhaber war Fritz Gard. Seit seiner Wiederöffnung zu Anfang der 50er Jahre in der Hochstraße 104 wurde dort ein Ernemann-Projektor verwendet; ein Foto davon finden Sie hier. 

 

- Die Rex-Lichtspiele Burbach befanden sich in der Jakobstraße 2. Sie verfügten über 350 Plätze; Inhaber war ebenfalls Fritz Gard. Die Farbbilder zeigen das Gebäude heute. (Fotos: Ernst Becker 2016)

 

 

Ernst Becker arbeitete häufig aushilfsweise im Rex als Vorführer (der fest angestellte Vorführer des Rex hieß Helmut Adam, er wohnte neben der ev. Kirche auf dem Weyersberg). Becker erzählt: Der runde Torbogen rechts im Bild war der Kinoeingang mit Kasse; durch die feuerfeste Tür daneben kam man zum Vorführraum. Dort standen zwei Maschinen der Fa. Ernemann vom Typ 2 (alte Modelle). Die Überblendung von dem einen zum anderen Projektor geschah mit den Feuerschutzklappen; das sind - grob gesagt - die Klappen, die das Lampenhaus des Projektors von seinem Bildfenster trennen. Der Ton wurde separat umgeschaltet, und zwar mit einem Schalter, der über dem Klangfilmverstärker zwischen den beiden Maschinen an der Wand hing. Es musste alles sehr rasch geschehen, denn der Zuschauer sollte ja den Übergang von dem einen zum anderen Projektor möglichst überhaupt nicht mitbekommen. - (Wenn Sie mehr über die Projektionstechnik der 50er-Jahre erfahren möchten, klicken Sie bitte hier!).

 

Hinweis von Hans-Peter Mensch: Das Kino wurde wohl irgendwann in den frühen 70er- Jahren geschlossen. Um 1974/75 diente der leere Kinosaal denn als Lager für die Fa. Wigesa (Trifelsstraße).

 

- Vor dem Krieg wurde in dem Stadtteil noch ein weiteres Kino betrieben, und zwar von 1928 bis 1944/45 in der heutigen Serriger Straße 17, damals Stockgasse, unter dem Namen Capitol Burbach. Inhaberin sollen zunächst Anny Bolz (die Witwe von Fritz Bolz) und später Engelbert und Auguste Gard gewesen sein. Laut Angaben in "kinowiki" haben es Fritz und Heinrich Gard 1960 in der Serriger Straße 20/22 wieder eröffnet.

 


 

SAARBRÜCKEN - ST. ARNUAL

 

 

Capitol-Theater St. Arnual / später Bali-Kino

 

 

Das Capitol-Lichtspieltheater in der Saargemünder Straße 179 in Saarbrücken-St. Arnual erscheint zum ersten Mal im Adressbuch von 1929/1930. In demjenigen von 1936 wird als Inhaberin Anny Bolz genannt. Danach hat es wahrscheinlich Hugo Großkopf gehört, der es

- vermutlich 1937/38 - an Fritz und Valentin Maul übergab. Von ihnen übernahm 1939 Willi Schmeer das Lichtspieltheater Capitol; es befand sich zu dieser Zeit in der Bruchstraße 26/28, einer Nebenstraße der Saargemünder Straße.

 

 SZ-Anzeige von 1954

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Capitol laut Gewerbekartei seinen Betrieb im Oktober 1949 in der Saargemünder Str. 179 unter der Leitung von Willi Schmeer wieder auf. Das Kino verfügte damals zunächst über 500, nach 1957 über 490 Plätze und wurde im Februar 1963 geschlossen.

 

Danach wurde in dem Gebäude bis in die 80er-Jahre hinein das Bali-Kino betrieben (siehe Bilder), möglicherweise ebenfalls wieder von Willi Schmeer.

 

Zum Foto oben rechts: Links von der Gaststätte biegt die Saargemünder Straße nach einigen Häusern rechts zum St. Arnualer Markt ab; geradeaus geht die Straße als Bruchstraße weiter.

(Fotos: Hans-Jürgen Hartmann)

 

Einige Infos zu der Geschichte des Kinos haben wir vom Stadtarchiv Saarbrücken erhalten bzw. den kinowiki-Seiten entnommen (siehe ganz unten im Link-Verzeichnis!)

 


 

 

Kinos in Gemeinden in der Nähe von Saarbrücken: (Angaben aus http://filmtheater.square7.ch/wiki)

 

Gersweiler: Union-Lichtspiele, Hauptstraße 66, Inhaber: Charles Volz. 400 Plätze

 

Güdingen:   Saar-Lichtspiele, Kanalstr. 8

 

Herrensohr: Union-Theater Herrensohr, Talstraße 1; Inhaber Rud. Wunn (Dudweiler). 150 Plätze

 


 

Ab hier sind die weiteren saarländischen Städte und Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

 


 

 

ALTENKESSEL

 

Das Union-Theater war in der Alleestraße 8. Es verfügte über 320 Plätze. Inhaberin: Stella Bliemeister

 


 

 

ALTENWALD:  Union-Theater (UT Altenwald)

 

 

Schon ab 1920 entstand dieses Kino mit 350 Plätzen unter dem Namen Lichtspiele Altenwald in der Hauptstr. 99; Eigentümer war Friedrich Theisinger. Ab 1934 befand es sich in der Grubenstraße 6 und stand mit seinen nunmehr 450 Plätzen unter der Leitung von Heinrich Heckmann. Im Krieg wurde das Kino durch Bombentreffer zerstört.

 

1950 eröffnete das Kino in der Gruben-

straße neu. Es hieß nun Union-Theater Altenwald und verfügte über 438 Sitzplätze. Inhaber war zunächst wieder Friedrich Theisinger (der sich jetzt Fritz nannte), 1957 eine Frau Jank. 1958 wurde es Teil der "Capitol-Lichtspiele Wiebelskirchen und U-T Altenwald GmbH" unter Geschäftsführer Fritz Theisinger. In späteren Jahren wurde das UT-Kino von Otto Breitzke geführt.

     Das UT-Kino befand sich in dem zweiten Haus von links, neben dem ASKO. Das "UT"-Emblem ist über den Eingangstüren zu erkennen. Foto: Werner Klee

Quellen für einige Daten in diesem Text: http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Sulzbach/Saar_Union-Theater_Altenwald) und Otto Breitzke

 

Persönliche Erinnerungen an das UT-Altenwald der 50er-Jahre:

 

Saar-Nostalgie-Freund Gerd Pannhausen erinnert sich an das Kino seiner Kinderzeit:

 

Sonntags um 15:30 Uhr gab es die Jugendvorstellung für 50 Frs. auf allen Plätzen (Loge war allerdings gesperrt). Heißbegehrt war die erste Reihe im (echten) Sperrsitz, da hatte man eine ungehinderte Sicht über die Parkettsitze hinweg auf die Leinwand.

 

Am liebsten schauten wir uns Cowboyfilme an, z.B. diejenigen mit Hopalong Cassidy. Weitere Hits waren Piraten-, Abenteuer-, Tarzan-, Mantel und Degen- oder Märchenfilme. Wir waren damals ja nicht wählerisch, andere Kinovorstellungen waren für uns tabu, und so freuten wir uns schon die ganze Woche auf die Sonntagnachmittags-Vorstellung. Dabei wurde unsere Vorfreude meist durch unseren selbstherrlichen Kaplan B. etwas getrübt. Um 14 Uhr war Christenlehre angesagt; sie dauerte normal eine Stunde - kein Problem. Aber wenn es ihm einfiel, hängte er einfach noch eine Art Andacht an, und dann wurde es knapp, denn nach 15:30 Uhr wurde im Kino niemand mehr eingelassen. Fehlte man allerdings in der Kirche, gab es beim nächsten Religionsunterricht "Haue".

 

Meldung vom April 2016: Das Hinterhaus des Kinogebäudes in Altenwald (in dem sich das eigentliche Kino befand), soll demnächst abgerissen werden (siehe Lokalausgabe Sulzbachtal der Saarbrücker Zeitung von Donnerstag, 21.4.2016).

 


 

 

BECKINGEN                  

Die Tal-Lichtspiele                                                

 

waren in der Mühlenbachstraße und verfügten über 450 Sitzplätze. Der in dem Zeitungsausschnitt von 1951 angekündigte US-amerikanische Film "Es tanzt die Göttin" (Originaltitel "Cover Girl") war aus dem Jahr 1944.

 

Lichtspiele Engstler  - wer hat Angaben von oder Erinnerungen an dieses Kino?

 


 

 

BESSERINGEN

 

Lido-Lichtspiele (erbaut von August Welsch siehe auch unter Mettlach!)

 

Norbert Pesi berichtete uns: August Welsch war (den genauen Titel weiß ich jetzt nicht mehr) Präsident der saarländischen Filmtheater… Sein „Lido“ war eines der ersten oder sogar das erste Kino im Saarland, das in den 50ern mit CinemaScope und Mehrkanalton ausgerüstet wurde (Projektoren von Philips).

 

Der Eröffnungsfilm war übrigens - für mich als Kind damals ganz vorne an der Leinwand, 2. Platz oder so - „Das Gewand“ („The Robe“) von Henry Koster, der erste abendfüllende Spielfilm in Cinemascope. Er hat mich ungeheuer beeindruckt, ich kann mich noch an die Szene erinnern, in der die Streitwagen und Pferde "über die Kamera" gelaufen sind. Dazu gab’s damals bei uns in Besseringen noch eine Story: Zwei etwas ältere Mädels aus dem Ort, beide mit Vornamen Katherina oder Käthe, haben sich den Film angeschaut (war ja auch was mit Bibel und so …). Während besagter Szene soll die eine – laut vernehmlich im ganzen Kino, was ich aber jetzt nicht mehr so recht glauben kann, da gerade hierbei ein ziemliches Getöse war, und das auch noch in Stereo – ziemlich beeindruckt zur anderen gesagt haben: „Kätt, Kätt, kòmm, mer gehn hääm.“

 


 

 

BEXBACH   

 

a) Kino Bender 

 

Dieses Kino gab es bereits vor dem 2. Weltkrieg. Es befand sich im Hinterhof des „Gasthauses Bender“ in der Hauptstraße (heute Rathausstraße). Bender war wahrscheinlich der Name des Inhabers. 1970 wurde das Anwesen verkauft, das Kino geschlossen und das Gebäude abgerissen.

 

 

b) Die Lichtburg  (Mittelbexbach)

 

war in der Niederbexbacherstraße 3. Inhaber: anfangs Wilhelm Licht, später Bernhard Hennes (im Volksmund "Hennes Bernche" genannt). Sie soll um 1950 eröffnet worden sein und damals etwa 450 Zuschauern Platz geboten haben.

 

 

Foto: Sammlung Theis

 

c) Capitol  (Oberbexbach)

 

(siehe Bild rechts; Fotograf unbekannt)

 

Der Besitzer der „Lichtburg“ in Mittelbexbach, Bernhard Hennes, hatte noch weiteres Kino. Das Capitol stand in der Hauptstraße 17 in Oberbexbach („Schmidde-Berch“). Im Telefonbuch von 1955 war als Inhaberin des Capitol Wwe. Maria Hennes geführt.

 

Dieses Kino wurde 1949 eröffnet. Es verfügte über 270 Plätze, ab 1957 (wahrscheinlich nach einem Umbau) über 253 Klappsitze.

 

Das Bild rechts vom Eingangsbereich des Kinos ist aus dem Jahr 1950 (der gezeigte Film mit Winnie Markus, Gustaf Fröhlich und Heidemarie Hatheyer entstand 1949/50).

Das Kino gab es dort bis mindestens1962.

(Infos von Dieter Berger, Oberbexbach, und Kino-Wiki)

     


 

 

BISCHMISHEIM

 

Odeon-Filmtheater

 

Die Familie Raquot soll schon vor dem 2. Weltkrieg die Lichtspiele in der Kreuzstraße betrieben haben. Nach dem Krieg eröffnete Erna Raquot 1949 das Odeon-Filmtheater an zentraler Stelle, wahrscheinlich Am Sportplatz. Es bot 1950 etwa 260 und 1960 287 Besuchern Platz. Anfang der 60er-Jahre wurde es geschlossen. Heute befinden sich in dem umgebauten Gebäude eine Gaststätte und Wohnungen. 

-  Wer hat noch Infos und evtl. Bilder von dem Kino?

 

 


 

 

BLIESKASTEL

 

 

Hier gab es die Park-Lichtspiele

 

und die Schützenhöh-Lichtpiele

 

(Quelle: Festprogrammheft zum 36. Webenheimer Bauernfest '57)

 

Wer kann etwas über diese Kinos erzählen oder hat noch Fotos davon?

 

 


 

 

BOUS

 

Das Thema "Kino" war in Bous seit jeher eng mit der Familie Martin verbunden. Schon vor 1924 wurden im Saal des Petrihofs Stummfilme gezeigt.

 

Union-Theater  

 

1924 errichtete Peter Martin, der Großvater des heutigen Bouser Kinobesitzers, in der Kirchstraße 42 das erste "richtige" Kino der Gemeinde, nämlich das Union-Theater (UT).

(Foto Sammlung Theis, Völklingen)

 

Nach dem Krieg eröffnete er es 1949 wieder. Später wurde das Gebäude zum Sitz verschiedener kleiner Firmen und Lagerhallen. Nach 1978 befand sich darin ein Getränkemarkt, und heute ist dort die Gaststätte "Zum Fränzje".

         

Thalia-Lichtspiele  

 

Am 27. Mai 1957 richtete Herbert Martin, der Sohn von Peter Martin, in der Saarbrücker Straße das Thalia-Kino in der Nähe des Bahnhofs ein. Es verfügte damals über 450 Sitzplätze.

 

Nach zahlreichen Umbauten und Renovierungen finden heute 141 Besucher auf bequemen Sesseln in diesem modernen Kino Platz. Es ist noch heute in Betrieb.

 

Das Bild zeigt das Thalia in Bous im Jahr 1957

 

(Foto: Dirk Theobald)

 

(Die Bous--Texte enthalten Infos von den Websites http://www.kino-bous.de  und http://www.zumfraenzje.de/geschichte.htm.)  

 

Metropol-Lichtspiele Bous  - wer weiß Näheres über dieses Kino? >Kontakt

 


 

Kinos in der Umgebung von Bous:

 

Elm-Knausholz:  Lichtspiele Elm-Knausholz

Griesborn:          Filmbühne Griesborn (Inh. Fritz Groß)

 

 

 

 

Hostenbach:       Roxi-Lichtspiele

Schaffhausen:    Hier betrieb Franz Braun ein Kino

 


 

BROTDORF  

 

Die Geschwister Enzweiler führten von 1950 an Filme im Germania-Saal in Merzig-Brotdorf vor. Ihr Kino verfügte zunächst über 250, ab 1952 über 300 Plätze.

 

Am Pfingstmontag 1958 eröffneten sie in der Provinzialstraße 15 ein neues Kino, das Scala-Theater. Die architektonische Planung lag in Händen des Düsseldorfer Architekten Hans Nehaus; die Bauleitung und technische Beratung erfolgten durch Albert Enzweiler, der damals in Duisburg-Hamborn drei Kinos besaß.

 

Im Scala-Theater Brotdorf wurden 428 Sitze der

Firma Schröder & Henzelmann (Bad Oeynhausen) eingebaut; davon waren 68 gepolstert. Die technische Einrichtung übernahm die Firma Siemens & Halske, Saarbrücken. Die Kinomaschinen vom Typ Victoria 4 hatte die Firma Cinemeccanica in Mailand gebaut.

 

In dem Theater konnte man damals Normal-, Breitwand- und Cinemascope-Filme zeigen. Es wurde 1979 geschlossen (nach http://www.allekinos.com/saarland.htm).

 

Dieser Text enthält Angaben aus Kinowiki und Recherchen von Karl Presser. Foto mit frdl. Genehmigung von der Homepage des SPD-Ortsvereins Brotdorf: http://www.merzig-brotdorf.de

 

 


 

DILLINGEN 

 

 

Alhambra-Theater

 

In der Hüttenwerkstraße 26/28 wurde 1917 das "Kinematographen-Theater Helios" gegründet. Ab 1928 stand dann dort das Alhambra. Nach dem Krieg wurde es 1949 wieder eröffnet. Sein Verwalter war zunächst Henry Marx, ab 1953 die "Vereinigte Filmtheater Hermann Märzen oHG". Das Alhambra verfügte anfangs über 420, später über 475 Plätze.

 

Es war mindestens bis 1971 in Betrieb, allerdings nicht mehr mit den "großen" Filmen, sondern mit KungFu-Filmen und Klamotten wie "Schulmädchen Report". Es hatte eine sehr beeindruckende dunkelgraueArt-Déco Fassade mit drei hohen spitzen Winkeln. Mit dieser Art von "Gothik"-Stil war es eigentlich der perfekte Ort für die Horrorfilme der 30er- bis 50er-Jahre. Nach seiner Schließung stand das Kino lange Zeit leer.

 

Das Bild zeigt die Villa Alhambra in heutiger Zeit.

 

(Foto: Lokilech unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation (von wikipedia):CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2323532)

 

Apollo-Theater, Hüttenwerkstr. 15, Inhaber Günther Holbach, Geschäftsführer Lothar Holbach. Es bot bis zu 300 Zuschauern Platz.

 

Europa-Palast (H. Märzen oHG) - seit 1951.

Später zeigte er die großen Kassenschlager, wie z.B. James Bond Filme, "Krieg der Sterne" oder auch Disney-Filme.

 

Scala-Lichtspiele  ab 1960

Im Scala wurden die Filme gezeigt, die möglicherweise für den Europa-Palast nicht interessant genug waren. Ich habe dort als Teenager und eifriger Kinogänger z.B. "2001-Odyssee im Weltraum" gesehen und auch die erste Verfilmung von "Herr der Ringe", aber auch "The Fog" von Carpenter.

 

Einige Bemerkungen über die Kinos hat uns Gabriel Peifer mitgeteilt, der bis 1981 in Dillingen lebte. - Wir haben bisher keine weiteren Informationen über die Dillinger Kinos der Nachkriegszeit. Können Sie mit Infos oder Fotos helfen? > Kontakt

 


 

 

DUDWEILER  und  Herrensohr

 

 

 

In der Gemeinde Dudweiler, damals noch "größtes Dorf Europas"*), gab es in den 50er Jahren folgende Kinos:

 

 

Union Theater ("UT-Kino")

 

Trierer Straße 7 (Bild links)

Es wurde 1935 eröffnet und nach dem Krieg an Weihnachten 1946 wiedereröffnet.

1956 erfolgte eine Modernisierung (Cinemascope-Leinwand). 1980 wurde es geschlossen.

 

Bild links: Ein Foto aus der Vorkriegs-Zeit. Der Film "Wie der Hase läuft" war von 1937.

(Bildarchiv Stadtbezirk Dudweiler)

 

 

Zentral-Theater

 

Saarbrücker Str. 235

 

Eröffnung etwa 1910. 1959 Renovierung nach einem Gebäudebrand. 1986 Schließung.

 

Nassauer-Hof-Theater Dudweiler (NHT)

 

und  Scala-Lichtspiele       

 

 

Seit 1920 wurden die "Lichtspiele Nassauer Hof" in der Saarbrücker Straße betrieben. Nach dem Krieg eröffnete Elisa Weber das Kino 1949 wieder neu. Nach ihrem Tod führten es die Erben von 1956 an unter dem alten Namen "Nassauer-Hof-Theater" (NHT) weiter. Das Kino verfügte in dieser Zeit über etwas mehr als 400 Sitzplätze. In späteren Jahren war rechts davon, zwei Häuser weiter, das Scala-Kino.

 

Der Fotoausschnitt rechts zeigt das NHT im Juli 1959. Es lag zwischen der Volksbank und dem "Nordsee"-Laden. (Das vollständige Foto sehen Sie hier unten v)

 


Auf diesem Bild sieht man einen Abschnitt der Saarbrücker Straße

in Dudweiler mit dem NHT-Kino und der "Nordsee".

Das Foto zeigt das Scala-Kino, dessen Eingang rechts neben dem Fischgeschäft war. (Drei Fotos: Bildarchiv Stadtbezirk Dudweiler)

 

In Herrensohr gab es folgende Kinos:   Astra-Kino, Rosenstraße (hinter Gasthaus Hessenberg)

                                                          Zentralkino, Talstraße (neben Gasthaus Lisch)

_______________

 

*) Den Status als "größtes Dorf Europas" verlor Dudweiler, als es 1974 anlässlich der Gebietsreform zu einem Stadtteil Saarbrückens wurde.

 


 

ELVERSBERG und SPIESEN

 

(dieser Abschnitt wird demnächst erweitert!)

 

Die Gemeinde Elversberg

verfügte nach dem Krieg über zwei Kinos:

 

LICHTSPIELE  ELVERSBERG

 

und

 

CORSO

 

(Mitteilung von Günter Klein, Riegelsberg, 2016)

Das Bild rechts unten haben wir von Martin Schneider, Merchweiler, erhalten.

 

 

In Spiesen

gab es seit 1921 die Alexander-Lichtspiele (Inhaber: Josef Greff). Die alten Besitzer haben die Stummfilme noch mit dem Klavier begleitet. Außerdem war dort das Kino Euschen - Mehr darüber demnächst!

Werbung 1949  

 


 

ENSHEIM 

 

Lichtspielhaus

Inhaber soll laut Kinowiki Hermann Gorges (Spitalstraße 4) gewesen sein, und das Kino soll an vier Tagen in der Woche Filme gezeigt und bis zu 240 Zuschauern Platz geboten haben.

 

Zentral-Theater, Hauptstraße 47; Inhaber Kohl

 

Wer hat noch Erinnerungen oder Bilder von Ensheimer Kinos? > Kontakt

 


 

 

FISCHBACH

 

Hier gab es ein Union-Theater, und zwar in der Quierschieder Straße 75. Dort sollen Anfang der 30er-Jahre die ersten Filmvorführungen begonnen haben. Ab 1937 gehörte das Kino Peter Wagner und später Willi und Olga Zeiler. Diese gaben es 1966 wegen der stark zurückgegangenen Besucherzahlen auf.

 

Wer hat noch Erinnerungen oder Bilder von Ensheimer Kinos? > Kontakt

 


 

 

FRIEDRICHSTHAL  

 

Das Palast-Theater Friedrichsthal inserierte 1951:       

 

 

Wer hat noch Erinnerungen oder Bilder vom Kino in Friedrichsthal? > Kontakt

 


      

GÖTTELBORN

 

Die Turm-Lichtspiele in Göttelborn wurden am 11. Januar 1958 im Tanzsaal der Gaststätte von Mathias Kort eröffnet, blieben aber nur wenige Jahre in Betrieb. Ab 1975 war in dem Gebäude eine Diskothek.

 

Mathias Kort wurde nur "Stoppe Matz" genannt (obwohl sein Familienname nicht "Kork[-stoppe]", sondern "Kort" lautete).

 

(Vielen Dank für die Infos an Martin Schneider, 66589 Merchweiler)

Wer hat noch weitere Erinnerungen oder vielleicht Bilder vom Kino in Göttelborn? > Kontakt

Zündholz-Etikett als Werbefläche für Kino und Gaststätte Zum Stoppe Matz" in Göttelborn (weitere Zündholz-Etiketten finden Sie auf unserer Seite Zündholzfabrik).


 

      

GROSSROSSELN

 

Warndtburg-Lichtspiele   Inh.: E. Rösler, Großrosseln, Emmersweilerstraße 2. 7 Tage Pl. 520

 

Das Kino befand sich zunächst in der Ortsmitte direkt am Anfang der Emmersweilerstraße. Nach den heutigen Gegebenheiten

stand das Gebäude direkt an der Straße auf der Parkfläche zwischen Sparkasse und Rewe-Markt.

 

An die Nutzung als Kino kann ich mich (Jahrgang 1965) nicht erinnern. Zu meiner Grundschulzeit war in dem Gebäude eine Näherei untergebracht und ab ca. Mitte der siebziger Jahre wurde es durch die Gemeinde zur Kulturhalle umgebaut und bis zum Neubau der Rosseltalhalle (2005) als solche genutzt.

 

Anschließend wurde dieses, sowie die benachbarten Häuser in der Emmersweiler- und Bahnhofstraße im Zuge der Neugestaltung des Ortskerns abgerissen.

 

Wie schon erwähnt, habe ich keine Informationen, bis zu welchem Jahr dieses Kino betrieben wurde. Erinnern kann ich

mich aber an das "neue" Kino, welches sich als Anbau hinter dem Gasthaus Rupp am Marktplatz befand (schräg gegenüber

dem oben beschriebenen). Der gesamte Gebäudekomplex wurde durch einen Brand um 1970 zerstört. Die Ruine stand noch bis

in die 1980ger Jahre mitten im Ort. Sie wurde im Rahmen der Neugestaltung der Kirchtreppe abgerissen.    (Text: Roland Haubenthal)

 

Wer hat noch weitere Erinnerungen oder vielleicht Bilder vom Kino in Grossrosseln? > Kontakt

 


 

 

HANWEILER

 

Lichtspiele (Cinéma) Hanweiler

 

Saargemünder Straße 1, wahrscheinlich im Gebäude der Gaststätte Butterbach.

 

Ein weiteres Kino war in der Saargemünder Straße 103 im Rückgebäude zwischen Nr. 101 und 103. Es war mindestens bis Ende der 1970er-Jahre in Betrieb. Der Pächter war ein Herr Schwander, der aus Brebach stammte.

(Mitteilung von Thomas Umbach)

 

In kinowiki wird für das Jahr 1952 noch ein weiteres Kino ohne Namensangabe in der Saargemünder Straße 23 genannt.

 

Vielleicht wissen ältere Hanweiler Einwohner noch mehr darüber? >Kontakt

 

Zum Bild rechts: Der britische Film 'Die Madonna der sieben Monde' wurde 1945 gedreht. 'Die goldene Stadt'' mit Paul Klinger, Rudolf Prack und Kristina Söderbaum stammte aus dem Jahr 1942. - (Vielen Dank für die Abbildung an Jacques Pfend!)

 

 

 

 

 

 


 

HERRENSOHR

 

Union-Theater, Talstraße 1, Inhaber: Rudolf Wunn, Dudweiler, Rathausstraße 24. 150 Plätze

 

 


 

 

HEUSWEILER, HOLZ, KÖLLERBACH

 

Heusweiler:   Film-Theater Heusweiler. Inhaber: N. Schoenhofen, Saarlouiser Straße 23a

c

                      Saarländische Filmbühne

 

Holz:              Corona-Lichtspiele

 

Köllerbach:    Burg-Theater                        Wir suchen weitere Infos und/oder Fotos von diesen Kinos! >Kontakt

 

 


 

 

HOMBURG

von Helmut Feß, Homburg

 

a) Vor dem 2. Weltkrieg  

 

Das erste Homburger Kino wurde schon 1912 in der Eisenbahn- straße 10½ eingerichtet. Es führte von Anfang an den Namen Central-Kino. 1918 wird als Betreiber Louis Breunig aus Zweibrücken angegeben. Das Kino hatte 300 Plätze. Für 1920 wurden nur 227 Plätze ausgewiesen mit Vorstellungen am Sonnabend, Sonntag und Montag. Ab 1921 bot es ein tägliches Programm.

 

Zum Foto: In diesem 1907 erbauten Haus (ehemals Kaufhaus Lachner, später Hägin, heute CB-Boutique) befand sich das Central-Kino.

 

 

Ende der zwanziger Jahre öffnete in der Kaiserstraße ein neues Kino mit dem Namen Palast-Theater (Bild links: heutige Ansicht des Gebäudes).

1928 wurde in der Luitpold- straße Nr. 49 in Homburg-Erbach das Union-Theater eröffnet (Bild rechts).

 

Mit der Eingemeindung der Steuergemeinde Erbach-Reiskirchen am 1. April 1936 in die Stadt Homburg bekam dieses Kino den Namen Union-Theater Homburg-Nord.

Mit zunehmender Kriegswucht schwand das Interesse der Menschen am Kinobesuch.

 

b) Nach dem Kriegsende (1945)

 

Erst nach dem Ende des Krieges gewannen Kinofilme wieder mehr an Bedeutung und Aufmerksamkeit. Wer es sich leisten konnte, kaufte sich eine Dauerkarte mit Sitzplatzreservierung (Bsp. s. Abbildung).

 

Heinz Schröer betrieb die drei Kinos aus der Vorkriegszeit (Central, Palast und Union, siehe oben) unter dem Namen „Vereinigte Lichtspiele“ weiter. 1952 baute er das Eden-Theater in der Zweibrücker Straße 21 mit großem Saal und Balkonloge.

 

1958 entstand im Stadtteil Erbach gleich hinter der Bahnbrücke der Neubau des Resi-Theaters. Es verfügte 1961 über eine Bestuhlung von 560 Plätzen, teilweise mit Hochpolster. Besondere Filme wurden separat im Film-Studio über dem Kinoeingang gezeigt. Dort gab es Platz für 142 Personen. 1960 wurde das Union-Theater in der Dürerstraße 103 (früher Luitpoldstraße) geschlossen.

 

Heinz Schröer brachte seine ‚Vereinigten Lichtspiele‘ bild- und tontechnisch immer auf den neuesten Stand. Doch das Kino konnte trotz technischer Aufrüstung die Massen in Konkurrenz mit dem Fernsehen kaum mehr „elektrisieren“. 1971 wurde das Palast-Theater, 1978 das Resi Theater geschlossen. Das Gebäude des letzteren steht seitdem leer. Der ehemals 606 Personen fassende Saal des Eden-Kinos wurde 1981 umgebaut, sodass dort vier kleinere Filmsäle entstanden (siehe Bild unten!). Ende 1992 übernahm Ronald Ohl diesen Filmtheaterbetrieb.

 

Seitdem verfügte Homburg nur noch, modern ausgedrückt, über ein Cine-House mit vier Kinos, die zwischen 114 und 211 Plätze anbieten. In neuerer Zeit wurden alle Kinos mit modernster Digitaltechnik für Ton und Projektion auf große Bildwände umgestellt. Seit 2010 können auch 3D-Filme gezeigt werden. Im Mai 2014 übernahm Andreas Simon mit der CinemAS-Group aus Neunkirchen das Homburger Eden-Cinehouse.

 

Die Homburger Kinos waren immer sehr eng mit der Familie Schröer (1927 - 1993) verbunden und somit stark ineinander

verwoben.

 

Bild rechts: Das Eden-Cinehouse im Jahr 2016 in Homburg,

Zweibrücker Straße.

 

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Text und Bildmaterial: Helmut Feß

 

Quellen: Gespräch mit Siegfried Scherer am 24.7.2015;

http://www.allekinos.com/saarland.htm;

http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Film-_und_Kino-Adressbuch;

http://eden-homburg.de;

Stadtarchiv Homburg

 


 

ILLINGEN

 

In Illingen gab es seit 1932 zwei Kinos. Das Union-Theater

besteht heute noch.

 

Union-Theater

 

Dieses Kino wurde 1932 in der Rosenthalstraße 5 eröffnet. Von

1952 an befand es sich in der Hauptstraße 91; heute ist es in

der Hauptstraße 88.

 

Neues Theater

 

Das Neue Theater öffnete 1932 in der Hauptstraße 71 und bot 416 Zuschauern Platz. Inhaber war Richard Kolz aus Illingen.

 

In den 1970er-Jahren wurde das Kino geschlossen

 

(Mitteilungen von Martin Schneider, Merchweiler). - Wer hat noch weitere Infos oder Fotos von den Illinger Kinos? >Kontakt

 


 

KLEINBLITTERSDORF

 

(Hanweiler siehe unter Hanweiler!)                                                  Wir suchen nach weiteren Infos über diese Kinos! >Kontakt

 

Domtheater (bzw. Dom-Lichtspiele), Alte Kirche 1, Platz für 275 Zuschauer. Das Kino wurde ab 1931 betrieben von Fritz Bach (der auch die Westmark-Lichtspiele, später Saar-Theater genannt, in Brebach leitete).

 

Die Grenzland - LS (Lichtspiele), Brückenstr. 11, verfügten über 510 Sitzplätze; das Kino wurde 1979 geschlossen.

 


 

LAUTERBACH im Warndt 

 

 

Auch in Lauterbach im Warndt gab es ein Kino, und zwar schon seit 1928. Dabei hatte der Ort in den 50er Jahren weniger als 2.500 Einwohner! Das Union befand sich in der Hauptstraße 282 und wies, bezogen auf die Einwohnerzahl, rekordverdächtige 239 Plätze auf. Zeitzeugen berichten, dass die kleine schwarze Tür links im Bild der Eingang zum Kino war.

 

Die Kinomaschinen stammten von der AEG, die entsprechende Ausrüstungen bis 1944 fertigte. Johann Detemple betrieb nicht nur das Kino, sondern nebenan auch eine Gaststätte. Diese und das Kino waren bei den Einwohnern so beliebt, daß sie beim Besuch auch gleich noch Kino-Abonnements abschlossen.

 

Das Union Lauterbach wurde schon 1960 geschlossen.

Foto: Detemple, in: Festschrift 300 Jahre Lauterbach, 2007. Text: Karl Presser


 

LEBACH  

 

Filmtheater Lebach

 

Inhaber: Herr Tschott, Tholeyer Straße 22

Es wurde 1929 als "Tonfilmtheater Zur Post" gegründet und bot damals 250 Besuchern Platz.

 

Am 19. Februar 1954 wurde es nach den Wirren des 2. Weltkriegs wieder eröffnet. Als ersten Film zeigte man "Die Christel von der Post" mit Ilse Werner und Wolf Albach-Retty.

Neben dem großen Kino gab es in einem "Kleinen Saal" manchmal Sondervorstellungen.

 

Heute befindet sich in der Tholeyer Str. 18 das City Filmstudio Lebach.

 

Wer hat weitere Infos zu diesem oder evtl. anderen Kinos in Lebach? > Kontakt

 

In Landsweiler bei Lebach gab es von 1919 an das Urania (Central) in der Kaiser-Wilhelm-Straße 2 mit 360 Plätzen. Wie lange es in Betrieb war, wissen wir noch nicht.

 


 

LIMBACH  

 

Filmbühne Limbach, Inhaber: Walter Leibrock

Wer hat weitere Infos zum  Kino in Limbach? > Kontakt

 


 

 

LOSHEIM                              Wer kann uns weitere Infos zu dem Kino mitteilen? > Kontakt

 

Die Lichtspiele Losheim wurden 1957 in der Saarbrücker Straße 16 eröffnet. Seit März 2016 betreiben die Filmfreunde Losheim e.V. das Kino wieder.

 


 

 

LUDWEILER  

 

 

In Ludweiler gab es in den 50er-Jahren ein Kino in der jetzigen Völklinger Straße mit dem Namen Warndt-Theater. Es befand sich in einem Anbau des Evangelischen Gemeindehauses in Ludweiler (heute befindet sich in dem Gebäude eine Pizzeria). (Text und Bilder: Torsten Gatzke, Ludweiler)

 

 


 

 

MERCHWEILER  

 

Schon 1906 führte der Wirt Peter Jochum im Merchweiler Kaisersaal kinematografische Vorstellungen des Deutschen Flottenvereins durch. Von 1920 bis 1931 wurden dort die Kaisersaal-Lichtspiele und von 1932 bis 1934 das Tonfilm-Theater Kaisersaal betrieben.

Von 1928 bis mindestens 1930 war in der Illinger Straße 5 das Union-Theater in Betrieb.

 

1930 wurden die Schwan - Lichtspiele gegründet.

 

Sie befanden sich in der heutigen Hauptstraße 84 (bis 1934 hieß sie Kaiserstraße, danach Straße des 13. Januar und von 1949 bis 1955 Freiheitsstraße).

 

Ihre Betreiber waren:

von 1931 bis 1932 Wilhelm Baltes, ab 1933 Willy Wunderlich, von 1950 bis 1960 Anni Wunderlich, 1971 Rudolf Gerber und von 1972 bis 1973 Karl Wagner und Sohn Manfred aus Schiffweiler (die beiden führten auch das Urania-Theater in Landsweiler und den Film-Verleih Saar in Saarbrücken.

 

Die Schwan-Lichtspiele stellten anfangs ein Saalkino dar und später ein Lichtspieltheater mit fester Bestuhlung. Sie wurden 1973 geschlossen.

 

 

Diese Anzeige ist aus der Saarstaatzeit.

Infos von Martin Schneider, Merchweiler

 


 

 

MERZIG

 

 

 

Eden-Theater

 

Es verfügte über 420 Plätze. Verwalterin war  Margarete Seiler.

 

 

Saalbau-Lichtspiele

 

Inhaberin war seit 1949 Anna Holbach  (Merzig).

Das Kino hatte 600 Sitzplätze.

 

 

Hinweis: Das Odeon Merzig besteht erst seit 1982.

 

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Saarbrücker Zeitung, Kreisanzeiger für Merzig und Wadern v. 21.9.1954

(Dank an Stefan Haas)


 

 

METTLACH  (siehe auch unter Besseringen)

 

Turm-Lichtspiele:

 

230 Plätze; Inhaber: zunächst August Welsch; er stammte aus Besseringen, wo er auch die Lido-Lichtspiele aufgebaut hatte. Später wurden die Mettlacher Turm-Lichtspiele von Hans Engstier aus Beckingen geleitet.

 

Wir suchen weitere Infos und/oder Fotos von Mettlacher Kinos! >Kontakt

 

 


 

 

NALBACH

 

Gloria-Lichtspiele

 

1953 eröffnete Rudi Dräger in der Hubertusstraße 79 ein Filmtheater; von 1955 an nannte es sich "Lichtspiele" und ab 1958 schließlich Gloria-Lichtspiele. 1960 lautete die Anschrift Hubertusstr. 87. Das Kino verfügte über 230, ab 1957 über 400 Plätze.

 

Wir suchen ein Foto vom Nalbacher Kino! (>Kontakt)

 


 

NAMBORN  

 

Das "Kino beim Harry in Namborn" war Jahrzehnte lang der Treffpunkt für den Austausch von Neuigkeiten. Denn der Kinosaal war direkt an die Traditionsgastwirtschaft "Zum Harry" angebaut. Harry Johann führte über Jahrzehnte hinweg Lokal und Kino im Familienbetrieb.

 

 

Das Foto rechts ist von 1960. Am 35-mm-Kinoprojektor arbeitet der Vorführer Alwin Johann; er war Harrys Sohn.

 

Das Bild links zeigt Margit Johann mit ihrem Neffen Silvio Sartorius vor den Doppelpendeltüren des Kinos.

 

Links hängen die Plakate der gerade aktuellen Filme an der Wand. Das Foto wurde um 1961 aufgenommen. Heute steht das Kino-Gebäude noch immer, nur sind darin Wohnungen eingebaut worden. Die Gastwirtschaft steht leer. (Vielen Dank für Bilder und Infos an Joachim Ferrang!)


 

 

NEUNKIRCHEN  

   

 

 

Unser Kino-Weg durch Neunkirchen führt uns von der Oberstadt (Scheib) bis zur Bliesbrücke an der Bahnhofstraße. Herzlichen Dank an Horst Schwenk, Neunkirchen, der uns die meisten Bilder zur Verfügung gestellt hat.

 

Vorbemerkungen: Schon von 1917 bis 1933 war in Neunkirchen das Photophon-Theater in der Stummstraße 10 bzw. 12 in Betrieb.

Die meisten Lichtspielhäuser hatte Neunkirchen im Jahr 1948: sieben Kinos mit insgesamt 4000 Plätzen.

(Zu den Kinos in der Umgebung von Neunkirchen siehe weiter unten, unter der Corona-Filmbühne.)

 

Scheiber Kammerlichtspiele

 

Dieses Kino gehörte Martha und Ludwig Roth. Es war in der Steinwaldstraße 64 und verfügte über 240 Sitzplätze. Im Krieg blieb es von Zerstörungen verschont und konnte deshalb als erstes Lichtspielhaus in Neunkirchen nach dem Krieg bereits am 20. Dezember 1945 wieder eröffnet werden. Man spielte den Film "Der Majoratsherr" mit Willy Birgel von 1943/44. Roth schloss das Kino im November 1950, weil er sich um die Eröffnung des neuen "Burgtheaters" kümmern musste. Auf der Scheib ging es 1951 weiter unter Willi Horst und 1954/55 unter Heinz Schröer. Danach wurde der Raum wieder als Tanzsaal genutzt.

 

Am Tag der Fotoaufnahme zeigte man den Film "Paganini" (1947) mit Stewart Granger

 

 

Kino in der Hohlstraße

 

Zeitweise wurde der Saal der

Gaststätte Vogel (später Gasthof

Fritz Schmidt, siehe Foto)

in der Hohlstraße 21

auch als Kino genutzt.

 

Burgtheater,  Oberer Markt 6

 

Schon vor dem Krieg wollten Martha und Ludwig Roth ihre Scheiber Kammerlichtspiele näher ans Zentrum der Stadt verlegen, am liebsten an den Oberen Markt. Die Pläne dafür waren schon fertig, als eine Brandbombe das Vorhaben vereitelte.

 

Erst Mitte 1950 konnte man mit dem Bau des neuen "Burgtheaters" beginnen. Architekt Fuchs aus Dudweiler konzipierte das Kino als Rundbau mit Galerie; die Innenwände waren ganz mit Samt überzogen. Das Kino verfügte über 574 (später 710) Sitzplätze. Die Premiere erfolgte am 6. Januar 1951 mit dem Film "Das doppelte Lottchen" (nach Erich Kästner). In den folgenden Jahren kamen auch häufig bundesdeutsche und internationale Stars zu Gastspielen ins Burg. Sohn Dieter Roth ging seinem Vater zur Hand, bis dieser das Kino in den 80er-Jahren an Heinrich Gards Saarfilm-Theaterbetriebe verkaufte.

Das Bild oben ist aus den 50er-Jahren; rechts sieht man einen Teil des Burgkellers. Im Kino lief am Tag der Fotoaufnahme der US-Film "Der Himmel voller Geigen" aus dem Jahr 1946. Davor stehen ein Crèmeschnittchen (mit OE-Nummer) und ein VW Käfer.

 

Das Kino gegen Ende der 60er. Am Dach ist inzwischen das BT-Emblem angebracht worden; der Burgkeller wurde aufgestockt.

 

  Blick in den Eingangsbereich des Kinos. Man spielte gerade den

  Film "Saison in Salzburg" mit Hannerl Matz aus dem Jahr 1952.

 

 

Bei der Erstaufführung der "Czardas-Fürstin" (Film von 1951) war der Eingang zum Kino, wie so oft, passend dekoriert, und Marika Rökk war persönlich im Burgtheater anwesend. Auf dessen Bühne traten auch außerhalb von Filmpremieren häufig bekannte Künstler "live" auf (siehe unsere Seite Star-Besuche!)

 

 

"Neues Lichtspieltheater" (früher Walhalla-Lichtspiele)

 

 

In der früheren Gartenstraße stand seit 1892 das Neunkirchener "Gesellenhaus" [1]. Es wurde 1935 durch die Nazis enteignet und der Familie Masson zugesprochen, die hier nun das "Gasthaus Masson" betrieb. Die Straße wurde umbenannt und hieß bis nach dem Krieg Franz-Hellinger-Straße (siehe unsere Seite Straßennamen).

 

Am 2. Juni 1940 richtete Peter Hellbrück [2] aus Wemmetsweiler in dem Gebäude ein Kino ein. Seine Walhalla-Lichtspiele boten bis zu 600 Besuchern Platz. Am 30. Juni 1944 wurde das Haus völlig ausgebombt.

 

1949 eröffnete die Witwe Maria Masson in demselben Haus wieder ein Kino und nannte es Neues Theater. Es verfügte über 400 Sitzplätze. Im Telefonbuch von 1955 ist es als Neues Lichtspieltheater eingetragen. 1961/62 wurde an der Stelle dieses alten Gebäudes das Kolpinghaus errichtet; die Gartenstraße erhielt nun den neuen Namen Adolf-Kolping-Straße.

 

[1] Mehr über das Neunkircher Gesellenhaus finden Sie unter diesem Link.

[2] Siehe weiter oben beim Saarbrücker UT-Kino

 

Dieser Text enthält Angaben und ein Foto von der Website  http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=Neunkirchen_Walhalla-Theater

 

 

Eden-Kino,  Hüttenbergstraße 23

 

 

Das Eden-Kino (ganz rechts im Bild oben von 1952) war 1932 gegründet worden und im Besitz der „Eden"-Lichtspielgesellschaft m.b.H. Es brannte im Krieg völlig aus und wurde 1949 nach Plänen des Architekten Sattler aus Dudweiler wieder aufgebaut. Zur Eröffnung am 9. Dezember lief ein damals brandneuer UFA-Film mit Willy Fritsch mit dem Titel "Derby".

 

Das neue Kino verfügte über 554 Sitzplätze und gehörte Hilde Ball; erster Geschäftsführer nach dem Krieg war der Kaufmann Willi Horst. 1951 gründeten die beiden zusammen mit Dr. Weber die Eden-Lichtspiele GmbH.

 

1953 löste der Dekorateur Erich Sommer den Theaterleiter Horst ab. Er führte von da an das Haus zusammen mit seiner Frau Margret und war ab 1961 auch sein Inhaber. Später wurde der Kinoname in "Neues Eden" geändert (siehe  Bild rechts; Foto: R. Freyer 2015).

 

Ende Juli 2017 wurde das Neunkircher Eden-Kino geschlossen.

 

 

Central-Kino, Pasteurstraße 2

 

Das Central öffnete am 27. Juni 1947 seine Pforten und war von Anfang an für seine besondere Programmaus- wahl bekannt. Man zeigte in der Hauptsache französische und amerikanische Kriminal-, Western- und Abenteuerfilme. Deshalb war es vor allem bei jungen männlichen Zuschauern äußerst beliebt und allgemein als das "Revolverkino" bekannt. Hier liefen z.B. auch die ersten James-Bond-Filme. Es war nicht sehr groß und fasste 413 Zuschauer. Inhaber und Betreiber war Josef Hassdenteufel aus Ottweiler, genannt "de Sepp". Er war auch Wirt der Central-Gaststätte im Haus neben dem Kino.

 

Als das Gebäude wegen der geplanten Erweiterung des Neunkircher Kaufhauses ("NK", heute Kaufhof) abgerissen wurde, musste das Kino - sehr zum Leidwesen seiner vielen Fans - am 31. Oktober 1964 geschlossen werden.  

 

 

Corona Filmbühne

 

Schon 1903 wurde das Corona-Kino eröffnet. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigten es feindliche Bomben mehrfach stark, und am 15. März 1945 wurde das Vorderhaus zerstört. Den intakt gebliebenen Saal konnte man nach dem Krieg aber noch für Tanzveranstaltungen nutzen. Im Sommer 1949 wurde das Kino wieder vollständig aufgebaut und am 3. Dezember eröffnet.

 

Von nun an trug es den Namen Corona Filmbühne und bot 688 Zuschauern Platz. Betreiber war eine GmbH, der Hans Wachter (aus Wiebelskirchen) sowie Leopold und Ernst Gill (aus Dillingen bzw. Saarlouis) angehörten; die beiden Brüder besaßen mehrere Kinos im Saarland, Ernst Gill war auch Mit-Gesellschafter der Saar-Film-Union. - Als Mitte der 50er-Jahre der Bau des Corona-Hochhauses begann, wurde das Kino in dieses integriert. Es ist noch heute in Betrieb.

 

Zum Bild oben: Im Vordergrund sieht man einen Teil der Bliesbrücke. Links geht es in die Bahnhofstraße, rechts zum Stumm-Denkmal. Ganz links im Bild ist die damalige Geschäftsstelle von VfB Borussia Neunkirchen zu erkennen, rechts daneben war die Corona-Klause. Wenn man im Bild etwas weiter nach rechts ging und dann links um die Ecke in die Lindenallee einbog, kam man zu dem besonders bei der Neunkircher Jugend so beliebte Eiscafé Bertram (siehe auf unserer Sonderseite!) Es musste allerdings für den Bau des Hochhauses abgerissen werden, das im September 1956 fertiggestellt wurde.

 


 

Kinos in der Umgebung von Neunkirchen:

 

Landsweiler-Reden:

Urania-Theater, Hauptstraße 2  (mit Urania-Schenke; Inhaber: Karl Wagner)

 

Spiesen:  siehe weiter oben unter Elversberg!

 

Werbung von 1949  

 

 

 

 

 

Schiffweiler:  

Saalbau-Lichtspiele Hauptstraße 33  (Inhaber: Karl Wagner)

 

Wellesweiler:

Wellesweiler Lichtspiele, Kirchenstraße  (Inhaber: Leopold Gill)

 

Wiebelskirchen:  siehe weiter unten unter Wiebelskirchen!

 


 

NOHFELDEN und Umgebung:

 

Die Nohfelder Lichtspiele

 

wurden schon 1926 eröffnet. Sie waren in der Hauptstraße 79 und verfügten über 250 Sitzplätze.

 

Burgtheater - es soll in der Hauptstraße 78 gewesen sein.

 

 

Bosen: Bosener Lichtspiele  und  Filmbühne Bosen

 

 

Gonnesweiler: Nahetal-Lichtspiele

 

In Gonnesweiler (gehört heute zu Nohfelden) gab es im Hotel Gierend ein Kino mit wahrscheinlich etwa 250 Sitzen. Es war eine Kombination aus Tanzlokal und Kino.

 

Armin Flackus aus Ottweiler berichtet: 2015 war ich in dem Hotel (es stand damals unter Zwangsverwaltung der Bank). Der Vorführraum mit den mönströsen Filmmaschinen ist noch vorhanden, ebenso liegen noch Filme herum. Ich denke, dass es dort so in den 60er-Jahren losging. Vielleicht wissen ja die Nordsaarländer etwas darüber?  (>Kontakt)

 

 

Sötern:  Lichtspiele Sötern

 


 

 

NONNWEILER:    Central-Filmtheater

 

 

Der Urgroßvater des heutigen Kinobetreibers Andreas Lauer betrieb seit 1823 in der Ortsmitte von Nonnweiler eine Gastwirtschaft (früher "Restaurant zu Post", heute "Bistro Central") bis in die 1930-er-Jahre u.a. eine Gastwirtschaft mit Tanzsaal, in dem auch Filmvorführungen stattfanden. Während des Krieges diente er als Lager für Soldaten der Wehrmacht, bis er 1944 bei einem schweren Luftangriff auf das Eisenbahnviadukt von Nonnweiler zerstört wurde. Nach dem Krieg baute Sohn Wilhelm Lauer den Saal in veränderter Form wieder auf und nutzte ihn für die gleichen Zwecke wie vor dem Krieg. So fanden unter anderem wöchentliche Filmvorführungen eines Wanderkinos statt, und er diente als Heimstätte des 1954 gegründeten Karnevalsvereins.

 

Als jedoch Anfang der fünfziger Jahre im Nachbarort Otzenhausen die Familie Regel ein stationäres Kino eröffnete, musste das Wanderkino seinen Spielbetrieb in Nonnweiler einstellen, da es nur 3 km vom Otzenhausener Kino entfernt war. Wilhelm Lauer fasste den Entschluss, seinen Saal ebenfalls in ein Kino umzubauen. Die dazu nötige behördliche Genehmigung wurde ihm jedoch verweigert, da zu dieser Zeit im Saarland noch keine Gewerbefreiheit herrschte und die Errichtung eines Kinos strengen Auflagen unterlag. Durch den im Ort aufkommenden Fremdenverkehr beflügelt, ließ er von seinem Vorhaben aber nicht ab und führte gegen das Kultusministerium des Saarlandes Klage am Oberverwaltungsgericht in Saarlouis. Überraschend gewann er "im Namen des saarländischen Volkes" diesen Prozess und erhielt so die Erlaubnis zum Bau eines Kinos.

 

Die Eröffnung folgte im Oktober 1956 mit dem Film "Die Kirschen in Nachbars Garten". Lauer führte das Kino gemeinsam mit Sohn Erich und Tochter Carla. In den sechziger Jahren fand dort z.B. eine Veranstaltung mit dem Altmeister der Fernsehunterhaltung Peter Frankenfeld statt. Auch der Entfesselungskünstler Moretti gab einen Auftritt. Seit Ende der siebziger Jahre führt Andreas Lauer mit Unterstützung seines Vaters und seiner beiden Geschwister Roland und Elke die Geschicke des Kinos.

 

      

Bilder und Infos zu obigem Text wurden mit freundlicher Genehmigung durch Andreas Lauer der Website Kino in Nonnweiler entnommen.


 

NUNKIRCHEN:  Urania-Lichtspiele

 

Über dieses Kino wissen wir bisher nur, dass es in der Hauptstraße 160 war und über 260 Klappsitze verfügte. Inhaber war Hans Salm.

 

 

Wer kann uns Bilder und/oder weitere Infos vom Nunkirchener Kino besorgen? (>Kontakt)

 

 

Zum Bild: Der Karl-May-Film Winnetou Teil 3 war 1965 erschienen. Bald darauf lief er u.a. auch in den Urania-Lichtspielen in Nunkirchen.

 

(Zeitungsannonce: Stefan Haas)


 

 

OTTWEILER 

 

Astra Theater

 

Es wurde 1932 eröffnet und hat 348 Besuchern Platz geboten. Es war dort, wo heute die Kreissparkasse ist: in der Wilhelm-Heinrich-Straße 39/41. Inhaberin soll eine Familie Herrich gewesen sein. Im 2. Weltkrieg wurde es zerbombt, nach dem Krieg hat man es wieder neu aufgebaut.

 

Union Kino  

 

Dieses Kino soll die Familie Sick betrieben haben (201 Sitze). Es muss in der Brunnenstraße oder in der näheren Umgebung derselben gewesen sein.

(Vielen Dank für Auskünfte an Familie Fillmann, Ottweiler)

 

 

 

Kino im Schlosstheater

 

Dieses Kino fasste 630 Besucher und wurde von Herbert Sick betrieben. Er war der Bruder von August Sick, dem Inhaber der Bauunternehmung August Sick & Söhne, Ottweiler. Das Gebäude "Schlosstheater" gibt es heute noch; es dient größeren Veranstaltungen (berichtet Armin Flackus; Bild: Wikimedia Commons)

 

Frage an unsere Besucher:

Wer weiß noch etwas über die Ottweiler Kinos und kann vielleicht Bilder davon zur Verfügung stellen? Gab es in den 50er-Jahren noch andere Kinos in Ottweiler? Wurden die Vorkriegs-Häuser irgendwann nach 1945 wieder eröffnet? (>Kontakt)

 


 

QUIERSCHIED  

 

 

Apollo-Theater   (Bild rechts)

 

Mühlenbergstraße 17

 

Johann Stenzhorn aus Sulzbach eröffnete 1931 das Apollo-Theater in Quierschied. Es verfügte über knapp 300 Sitzplätze. 1956 erneuerte er die Bestuhlung des Kinos und baute eine Cinemascope-Ausrüstung ein.

 

(Foto: Archiv R.W.Müller)

 

 

 

 

Union-Theater (Bild links)

 

1925 nahm Johann Steffen im Saal des Hotels Kaiserhof in der heutigen Marienstraße das Union-Theater als erstes "offizielles" Lichtspieltheater in Quierschied in Betrieb. Im Frühjahr 1938 richtete er in einem Neubau neben dem Kaiserhof ein neues modernes Kino unter demselben Namen ein. Es soll anfangs über 280 Plätze verfügt haben.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand es - wie alle Kinos im Saarland - zunächst unter Sequesterverwaltung. An Weihnachten 1949 übernahmen es Steffens Schwiegersohn Jakob Kipper und dessen Frau Mathilde. Nach Johanns Tod führten es sein Sohn Ewald mit Ehefrau weiter. Sie sollen immer darum bemüht gewesen sein, möglichst anspruchsvolle Filme zu zeigen. 1955 bauten sie Cinemascope-Technik ein und erweiterten die Kapazität des Saals auf 400 Plätze.

 

(Foto: Privatbesitz Kipper)

Bilder u. Infos aus: Müller/Staerk. Quierschied. Die Gemeinde im Saarkohlenwald. 1998


 

 

REHLINGEN und SIERSBURG

 

 

a)  Rehlingen:  Cloef-Lichtspiele

 

b)  Siersburg:   Burg-Theater  in der Burgstr. 18;  Inhaber: Bruno Stein, Rehlingen, Wallerfanger Straße 3.

 

Betrieb an vier Tagen in der Woche. Das Kino verfügte über 260 Plätze.

 

Wer weiß, wo es Bilder und/oder weitere Infos von diesen Kinos gibt?  (>Kontakt)

 


 

 

RIEGELSBERG

 

 

Vor dem 2. Weltkrieg gab es in Riegelsberg folgende Kinos [1]:

 

Lichtspiele, Saarbrücker Straße 50

Kulturhaus-Lichtspiele, Saarbrücker Straße 140 im Haus Gabriel;

      Kino ab 1923, 380 Plätze

Lichtspiele, Waisenhausstraße 5:  ab 1930, 400 Plätze

Lichtspiele Güchenbach, Kirchstraße (ab 1925)

Lichtspiele Walpershofen, Dorfstraße (ab 1924)

 

[1] gemäß Angaben in: http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=Saarland

 

Bild rechts: Das Haus der früheren Lichtspiele Sander (s. unten) heute (2017)

 

 

 

Nach dem Krieg wurden von diesen Kinos wahrscheinlich nur folgende weitergeführt:

 

1) Kulturhaus-Lichtspiele,

   Saarbrücker Straße 140  (im Haus Gabriel)

 

2) Lichtspiele Sander (siehe Fotos rechts) 

Inhaberin und Geschäftsführerin war nach dem Krieg Lina Sander. Dieses Kino verfügte über 485 Plätze (1949) und war wohl mindestens bis in die 70er- oder 80er-Jahre hinein in Betrieb. Das Haus steht heute noch (siehe erstes Foto), ist aber offensichtlich unbewohnt. Seine Anschrift lautete früher Waisenhausstraße 5; heute (wohl nach einer Straßenumbenennung?) Glückaufstraße 3.

 

Wer hat weitere Bilder und/oder Infos von

Riegelsberger Kinos? (>Kontakt)

  

 


 

 

ROHRBACH  

 

 

1) Das Union-Theater Rohrbach war in der Kaiserstraße 84, rechts neben dem Gasthaus Zur Glocke (bzw. Hotel Erbelding - siehe Bild). Es war vom Ende der 20er-Jahre bis 1963 in Betrieb und bot 250 Zuschauern Platz.

 

 

2) Das alte "Union" war besonders an langen Winterabenden wegen seiner geringen Anzahl von Sitzplätzen häufig ausverkauft. Deshalb freuten sich die Rohrbacher Kinofreunde auf ein neues, größeres Lichtspielhaus, das in Rekordzeit erbaut und am 29. November 1958 unter dem Namen Wilhelma-Theater eingeweiht wurde (Bild rechts). Es verfügte über 650 Sitzplätze und blieb bis 1972 in Betrieb.

 

Beide Kinos gehörten den Brüdern Willi, Robert und Albert Schmelzer aus St. Ingbert. (Danke für Infos an Karl Abel!)

(SZ vom 29.11.1958)        

 

 


 

SAARLOUIS  

 

 

a) Kino im Theater am Ring (Text: Karl Presser)

 

 

Das Theater am Ring wurde von 1957 bis 1960 nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Hanns Rüttgers am Kaiser-Friedrich-Ring (Ecke Lothringer Str.) gebaut. Konzipiert war es als Zweckbau mit zwei Sälen, Foyer, Gastronomie, Bühnenhaus und Funktionsräumen. Es war ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt und des Kinobetreibers Ernst Gill. Die Finanzierung des Bühnenhauses für das Theater übernahm die Stadt, Gill finanzierte das Kino und betrieb es mit rund 800 Sitzen.

 

Zwischen Zuschauerraum und Bühnenhaus befand sich die Kinoleinwand, die einschließlich der Lautsprecherausrüstung komplett nach oben gezogen werden konnte.

 

 

 

Hinter ihr wurde, wie für Theater vorgeschrieben, ein "Eiserner Vorhang" als Brandschottung zum Bühnenhaus eingebaut. Durch diese Trennung war es Ernst Gill möglich, den Kinobetrieb schon 1959 vorab aufzunehmen. Die offizielle Einweihung des gesamten Gebäude- komplexes erfolgte erst 1960.

 

Die Vorführtechnik war vom Feinsten. Mit Bauer-U2-Kinomaschinen konnten nicht nur CinemaScope-Filme im 35-mm-Format mit Vierkanal-Magnet-Ton, sondern auch 70mm-TODD-AO-Filme mit Sechskanal-Ton vorgeführt werden. Im Saarland hatte nur der Gloria-Palast in Saarbrücken (der ebenfalls Ernst Gill gehörte) eine solche Ausrüstung. 

 

Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des Kinos brach dort im Oktober 1960 ein Brand aus. Der geschlossene Eiserne Vorhang verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf das Bühnenhaus. Der Zuschauerraum wurde allerdings stark beschädigt.

 

Bereits 1963 kaufte die Stadt Saarlouis Gill den Kinotrakt ab. Mehrfach renoviert, wurde das Ensemble in letzter Zeit nur noch als Veranstaltungshaus betrieben. Die Bauer-70mm-Projektoren waren bereits Anfang der 80er-Jahre an ein Stuttgarter Kino verkauft worden. 2016 wurde das Theater am Ring nach einem Totalumbau als neues großes Kulturzentrum eingeweiht.

 

    

b) Capitol Saarlouis

 

 

Von 1930 bis etwa 1944 befand sich in der Vaubanstraße 1 (Ecke Wallstraße) bereits ein Kino mit dem Namen Capitol. Es verfügte über 538 Plätze.

 

Nach dem Krieg eröffnete Ernst Gill 1949 in der Deutschen Straße

14 ein neues Filmtheater unter dem Namen Filmbühne Capitol.

 

 

 

 

 

Mitte der 50er-Jahre verfügte das Kino über einen großen und einen weiteren "Kleinen Saal", in dem ein anderes Programm lief.

 

        (< 1956)

 

Heute ist in dem Gebäude unter dem Namen "Capitol Movie-World Saarlouis" ein großes Kino-Center in Betrieb. Es umfasst sechs Kinos verschiedener Größe (46 bis 222 Plätze).

 

Das Bild oben bietet einen Blick in die Deutsche Straße von der Kreuzung Pavillonstraße aus in Richtung zu den Kasematten. Das Gebäude mit dem Capitol-Kino reicht bis zur Straße hin, Fußgänger können unter den Arkaden durch das Haus hindurchgehen. Das Foto entstand im Frühjahr 1952; auf beiden Straßenseiten sind die Wiederaufbaumaßnahmen in vollem Gange.

(Foto: Stadtarchiv Saarlouis)

 

Auf dem Postkartenfoto rechts ist das Kino von der anderen Seite

der Deutschen Straße aus zu sehen; wir blicken in Richtung zum Rathausturm am Großen Markt. Die Gebäude rechts und links der Straße sind wieder aufgebaut. An den Seiten des Kinos ist oben "Capitol" zu lesen, an der Stirnseite war der Name "Filmbühne" angebracht. Das Bild muss nach 1956 entstanden sein, denn der Peugeot 403 im Vordergrund trägt schon ein SLS-Kennzeichen, und diese gab es erst ab 2.1.1957 (siehe hier).

     

 

c) Weitere Kinos in Saarlouis nach dem Krieg:

  

C.C.-Lichtspieltheater (Cinéma Central), Saarstraße 14; siehe Annonce >>

 

Perkeo Lichtspiele (Perkeo-Theater), Augustinerstraße.

  Inhaberin: Maria Hasemann-Fontaine. Das Kino hatte 350 Plätze; siehe Annonce >>

     

Eden Cinema, Augustinerstraße 1 - Inhaber Martin Wagner; 350 Plätze;

                                                                                siehe Annonce >>

 

O.C. Lichtspieltheater (im Telefonbuch von 1955 ohne Adressenangabe aufgeführt)

 

Adler-Lichtspiele Schillerstraße 30 (wahrscheinlich nur bis 1944)

 

 

d) in Fraulautern:

 

Adler-Lichtspiele, Helios und U.T.  (20er-Jahre bis ?)

Central-Theater. Inhaber: Hedwig Alger und H. Rubel, Lebacher Straße 98;  420 Plätze. Dieses Kino wurde bis in die 90er-Jahre hinein bespielt.

Ein weiteres Kino in Fraulautern (Name unbekannt) war in der Saarlouiser Straße, schräg gegenüber dem heutigen Vereinshaus.

 

 

e) in Roden:

 

Scala Kino, am Marktplatz (Thirionstr. 40), bis Mitte der 80er-Jahre betrieben von Martin und Maria Ripplinger; es steht heute noch. Auch der Saal im Obergeschoss existiert noch - inkl. Balkon-Loge, aber nicht mehr bestuhlt und ohne Kinotechnik.

Im zweiten Rodener Kino, in der Saarwellinger Straße 55 ist heute eine Druckerei.

(Infos aus dem Amtl. Telefonbuch 1955 und von Thomas Schillo aus Saarlouis)

Dezember 1947:       

        

 


 

ST. INGBERT   

 

 

 

 

Wer kann uns Bilder und/oder Infos von den St. Ingberter Kinos in der Saarstaatzeit zur Verfügung stellen oder besorgen? (>Kontakt)

 

 

 

 

Regina-Theater  

 

 

Union-Theater   (Kaiserstraße 43)

 

 

Kaiser-Lichtspiele 

 

 


 

ST. WENDEL

 

 

Saalbau  

 

Schon kurz nach dem Krieg wurden hier Kinofilme gezeigt. Für die Kindervorstellung konnte man eine Karte für nur 20 frs. erstehen. Der Saalbau befand sich am früheren Übergang von der Balduin- zur Hindenburgstraße (Richtung Oberthal); heutige Anschrift: Balduinstraße 45.

 

Neues Theater  

 

Alter Woog, St. Wendel.

Inhaber: Hubert Gard (er stammte aus Marpingen)

 

 

Central-Theater 

 

Brühlstraße 21 (im selben Haus war auch Möbel Becker)

Inhaber war Hermann Marzen (er betrieb auch ein Lokal am Schlossplatz). 1949 wurde das Kino um- und neugebaut

(siehe Anzeige rechts und Foto unten). Foto: Elmar Landwehr

 

Vielen Dank an Elmar Landwehr für einige Informationen über die St. Wendeler Kinos und das Foto unten!

 

Haben Sie noch weitere Infos oder Bilder zu den Kinos in St. Wendel von früher?  (>Kontakt)

 

Oben: Anzeige aus dem Heimatbuch St. Wendel von 1949, Seite 161

 

Saal bei St. Wendel  (von Klaus Zimmer, St. Ingbert)

 

Von 1947 bis 1950 veranstaltete Otto Drumm im Tanzsaal der Wirtschaft Cullmann (Jachdhiedersch) in Saal Filmvorführungen. 1948/49 errichtete er an der Straße nach Bubach eine eigene Wirtschaft mit Tanzsaal. Dorthin verlegte er nun auch die Kinovorführungen, die bisher in Jachdhiedersch stattgefunden hatten. Bald gab Otto Drumm den Betrieb an seinen Sohn Werner Drumm ab. Dem Niederkirchener Pfarrer Fauß war der Kinobesuch in Saal durch die Jugend stets ein Dorn im Auge, und er meldete 1947 in seinem Jahresbericht: “Dieser Kinobesuch war am Ende immer der Ausgangspunkt zu grobem Unfug.”

 

Nachdem der Kinobesuch gegen Ende der 1950-er-Jahre immer mehr nachgelassen hatte, wurden die Vorführungen in Saal 1964 eingestellt.

 


 

SCHEIDT   

 

Lichtspiele Scheidt

 

Kaiserstraße. Inhaber: Franz Kall

 

Wer hat Bilder und Infos über die Lichtspiele Scheidt?

Gab es weitere Kinos in dem Ort? (>Kontakt)


 

SCHMELZ

 

 

Gloria - Filmbühne

 

 

 

 

Foto: Sammlung Theis  

 

Heute befindet sich dort außer dem "Gloria Kino Digital +3D" ein Entertainment-Center ("Gloria Casino").

 

(Text nach Angaben auf der heutigen Website des Kinos)

 


     

THELEY:  Union-Filmbühne  ("Eide-Saal")

 

 

(Werbung

von einer

Streichholz-

schachtel)

 

Der Eide-Saal wurde in den Jahren 1952/53 von kulturtreibenden Vereinen in Eigenleistung erbaut. Er war früher der zentrale Veranstaltungsort für Vereine, Gaststätte und Kinosaal zugleich. Dort flimmerten dreimal pro Woche die neuesten Streifen. Im Vorprogramm gab es die "Fox-Tönende Wochenschau". Das Kino verfügte über 410 Sitzplätze, von denen sich 80 auf dem Balkon befanden (Bild unten).

 

Die Damenwelt lag seinerzeit der Hollywood-Legende Clark Gable

im Film "Vom Winde verweht" zu Füßen, und die Besucher trauerten über den Tod des Apachen-Häuptlings Winnetou.

"In den Spätvorstellungen wurden manchmal auch Filme mit leicht bekleideten Darstellern gezeigt", erzählt ein ehemaliger Filmvorführer des Kinos. Bei pikanten Szenen musste er auf Anweisung von Oma Dewes (der ehemaligen Kino-Besitzerin) seine Hand vor den Projektor halten.

 

"Dann hat der ganze Saal lautstark gepfiffen", weiß er noch gut. Er

hat jede einzelne Vorstellung und jeden noch so geringen Vorfall penibel in einem Tagebuch aufgezeichnet. So riss z.B. am 17. Dezember 1955 der Film im ersten Akt. Die Stummfilmstars "Dick

und Doof" liefen dienstags; am 16. Februar 1962 kämpfte der kauzige Westernheld "Fuzzy gegen Tod und Teufel".

 

Als das Fernsehen immer mehr aufkam, gingen auch im Theleyer Eide-Saal die Besucherzahlen - wie in allen saarländischen Kinos - stark zurück. Später musste es schließlich geschlossen werden.

 

Einige der hervorragenden Bilder des Fotografen Carsten Schröder zeigen wir hier mit seiner freundlicher Erlaubnis. Viele weitere seiner Fotos können Sie auf seiner eigenen Website sehen. Der obige

Text ist eine Kurzfassung des dortigen Artikels über die Filmbühne.

Dann sollte das Gebäude an die Gemeinde veräußert werden. Carsten Schröder - er wohnt in Tholey-Berg- weiler - hakte nach und erhielt die Erlaubnis, das Gebäude vorher noch innen und außen zu fotografieren.

 

Dabei wollte er in den Räumlichkeiten nichts umarrangieren, so dass seine Bilder authentisch blieben und die Gegeben- heiten so zeigen, wie er sie dort vorfand. - Da eine Sanierung des Gebäudes nicht mehr möglich war, musste man es im Jahr 2015 abreißen.


 

THOLEY

 

In Tholey gab es das Central-Theater; es befand sich in der Lebacher Straße 1.

 

In Tholey-Hasborn waren die Schaumbergring-Lichtspiele in der Lebacher Straße 46. Sie verfügten über 200 Sitzplätze.

 

Wer hat Bilder und Infos über diese Häuser? Gab es dort noch weitere Kinos? (>Kontakt)

 


 

 

UREXWEILER:

 

Auf den Bildern sieht man ganz links die Illtal-Lichtspiele in Urexweiler (der Ort gehört seit 1974 zu Marpingen). Inhaber war F. Schäfer. Über dem Transparent mit dem Kino-Namen ist der Becker-Turm als Zeichen für Gaststätte und Saal Schäfer zu sehen. Das kleine Bild ist ein Ausschnitt aus dem großen Foto rechts. Dieses zeigt einen Umzug aus uns bisher unbekanntem Anlass. Man erkennt im Hintergrund die Saarstaat-Fahne, einen Postbus und ein Crèmeschnittchen. (Foto: Thomas Maus-Holzer)

 

 


 

 

LKLINGEN (Text und Bildausstattung: Karl Presser) 

 

(Der Vollständigkeit wegen auch mit Blick auf die Entwicklung vor und nach der Saarstaatzeit)

 

Das erste Völklinger Kino wurde 1910 von Sebastian Theis (1888-1973, weithin bekannt als „de Theis-Baschd“) im Obergeschoss der Gaststätte „Völklinger Hof“ in der Moltkestraße 9 eingerichtet. Es erhielt den Namen Zentral-Kino.

 

 

1923 weihte Sebastian Theis direkt neben dem „Zentral“ ebenfalls dort im Obergeschoss das Metropol ein. Im Erdgeschoss des Nachbarhauses mit der Nummer 7 befand sich die Gaststätte „Marktecke“. Die aneinandergebauten Gebäude erlaubten, den breiten Treppenaufgang des „Zentral“ für beide Kinos zu benutzen. Die Häuser waren von der Familie Theis erworben worden.

 

 

Bild oben (1930): „Metropol“ im Eckhaus, daneben „Zentral“ mit gemeinsamem Aufgang.

(Foto: Sammlung Theis)

 

 

 

Zwischen 1910 und 1920 wurde in der damals selbstständigen Gemeinde Wehrden das Union-Kino eröffnet. Es befand sich in der heutigen Ludweiler Straße.