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Fotografen 2  (erweiterter Inhalt auf dieser Seite seit 30.8.2018)

 

 


 

In diesem Kapitel stellen wir bekannte Fotografen und ihr Werk vor, die in der Nachkriegszeit ihre Karriere begannen und die Saarländer mit ihrer fotografischen Arbeit begleiteten:

 

1) Walter Barbian   2) Paul Hartmann (hier unten).   Geplant:   Ferdi Hartung   Julius Schmidt   Erich Oettinger

 


 

Paul Hartmann  (1909 - 1971)

 


 

Paul Hartmann wurde am 19. September 1909 in Vic (es hieß damals eingedeutscht Wich) in Lothringen geboren. Sein Vater war der Hof-Photograph Georg Hartmann. 1918 floh die Familie nach Saarbrücken, wo Paul nach der Volksschule bis 1929 die Oberrealschule am Landwehrplatz besuchte. Ein Jahr später nahm er eine Stelle als Funker bei der Regierungskommission des Saargebiets an, und nach dem Anschluss der Saar an Hitler-Deutschland wurde er 1935 vom Deutschen Reich als Funkangestellter übernommen. 1937 schloss er mit Luci Friedel die Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen. Ab Mai 1938 arbeitete er als Peilwachleiter, und nachdem man ihn am 1. September 1939 zum Militär einberufen hatte, wurde er bis zum Kriegsende an verschiedenen Orten als Peilflugleiter eingesetzt.

 

Sein fotografisches Interesse wurde bereits früh geweckt: Von 1924 bis 1933 absolvierte er neben Schule und Beruf eine Lehre im elterlichen Fotoatelier und Labor in der Sulzbachstraße in Saarbrücken. Dort war er auch unmittelbar nach dem Krieg tätig. 1946 legte er in St. Ingbert die Gesellenprüfung ab. Daran anschließend eröffnete er einen eigenen Betrieb, wurde als Mitglied in die Fotografeninnung aufgenommen und in die Handwerkerrolle eingetragen.

 

Schon in dieser Zeit widmete sich Paul Hartmann der Presse- und Industriefotografie. Er begann also viel eher als die meisten seiner Fotografen-Kollegen mit der Pressearbeit. Diese fingen damit erst in den Jahren 1948 oder 1949 an, wohl weil bis dahin ein großer Mangel an Fotomaterial herrschte. Außerdem waren 1943/44 fast alle Fotoapparate im Land durch die Behörden konfisziert worden.

 

Paul Hartmann konnte aber trotzdem die Jahre 1947 bis 1949 fotografisch begleiten. Und so finden sich besonders viele Aufnahmen aus dieser Zeit in dem Nachlass, den seine Nachkommen im Jahr 2010 dem Saarländischen Landesarchiv zur Aufarbeitung übergeben haben. Er besteht aus etwa 60.000 Negativen, die die Archivmitarbeiter sichteten und digitalisierten.

 

Die Bilder Paul Hartmanns sind übrigens nicht die einzigen, die dem Landesarchiv in den letzten Jahren übergeben wurden. Auch die Fotosammlungen der anderen großen saarländischen Pressefotografen - Ferdi Hartung, Julius Schmidt, Walter Barbian und Erich Oettinger - wurden im Landesarchiv bearbeitet. Es mussten insgesamt fast 700 000 Bilder gesichtet und gescannt und zugeordnet werden.

 

Von den ersten bereits bearbeiteten Bildern Paul Hartmanns ist Ende 2013 ein ganzer Schwung in dem Buch "Aufbruch" veröffentlicht worden (siehe ganz oben!)

 

Zum Bild links: Wiederaufbau am Saarbrücker Stadttheater, Februar 1948. Quadersteine werden zur Ausbesserung der Treppen vor dem Haupteingang bearbeitet; am 6. März 1948 wurde das Große Haus wieder eröffnet. (siehe dazu auch auf unserer Fastnachts-Seite unter b) Pre-Ma-Bü-Ba!).

 

Ein winziger Teil davon, nämlich etwa 50 Aufnahmen aus den ersten Jahren der Saarstaat-Zeit, wurden im Sommer 2013 in der Arbeitskammer gezeigt. Der Titel der Ausstellung lautete: Aufbruch. Fotografien aus dem Nachkriegs-Saarland. Die  Schirmherrschaft hatte Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Stadt Saarbrücken, übernommen.

  

Auszug aus dem Pressetext der Arbeitskammer zur Ausstellung:

 

Sie räumen den Schutt und die Steine weg, mit bloßen Händen, durch die zerstörte Stadt dampft die „Trümmerbahn“. Das zeigen die Bilder des Saarbrücker Fotografen Paul Hartmann aus den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Doch die Menschen im Saarland schöpfen auch wieder Hoffnung: Sie treiben Sport, gehen ins Theater, heiraten, Radio Saarbrücken wird gegründet, eine Verfassungsgebende Versammlung gewählt, für mehr Lohn demonstriert. Aufbruchstimmung herrscht im Land.

 

Die kleine Schau gewährt einen höchst interessanten Einblick in die saarländische Nachkriegsgeschichte der Jahre 1947 und 1948, wie er bis dato so nicht möglich war.

 

   Die Firma H. Muhlke, Bahnhofstraße 78, schräg gegenüber dem Kauf-    haus Sinn. Im Vordergrund verlaufen die Gleise der Trümmerbahn.

 

Aber auch in den Jahren danach widmete Paul Hartmann den größten Teil seiner fotografischen Arbeit der Dokumentation der wichtigsten Geschehnisse und Gegebenheiten in unserem Land. Er verstarb am 26. Januar 1971 in Homburg.

 


 

 

 

Maiveranstaltung der Saar-Gewerkschaften am 1. Mai 1948. Der Zug zieht durch die Bahnhofstraße. Aus einigen Fenstern sieht man Saarlandfahnen hängen.

 

Die Saarbrücker "Märchenbahn" im Dezember 1948 verkehrte zwei Wochen vor Weihnachten zwischen Bahnhof und Dudweilerstraße.

               

 

Bücher mit Bildern von Paul Hartmann::

 

Gabi und Norbert Hartmann (Hg.): Paul Hartmann. Aufbruch. Fotografien aus dem Saarland der Jahre 1947 bis 1949. Saarbrücken 2013. Mit Texten von Paul Burgard, erschienen im Geistkirch-Verlag, Saarbrücken. Preis: 34,50 €.

 

Aus dem Verlagstext: Das Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Menschen räumen den Schutt und die Steine weg, mit bloßen Händen. Doch sie schöpfen auch wieder Hoffnung, wagen den Neubeginn. Das Landesparlament des neuen Saarstaates wird gewählt, die Gewerkschaften formieren sich, es wird Theater gespielt, Sport getrieben, Familienfeste werden gefeiert. All das hat der Saarbrücker Fotograf Paul Hartmann im Bild festgehalten. Über 40 Jahre nach seinem Tod lagerten seine einzigartigen Aufnahmen auf dem Dachboden. Jetzt wurde der Schatz gehoben und zeigt die außergewöhnlichen Bilder der Aufbruchstimmung jener Jahre.

 

:
Paul Burgard und Gabi Hartmann (Hg.): Paul Hartmann. Wirtschaftwunder. Das Saarland in der Warenwelt (1949 - 1963).

Saarbrücken 2016. Mit Texten von Paul Burgard und Gabi Hartmann, erschienen im Geistkirch-Verlag, Saarbrücken. Es kostet 37,80 €.

 

Aus dem Verlagstext: Ein Wirtschaftswunder ohne Adenauer, ohne Ehrhard, ohne Petticoat und Nierentisch: Ist das überhaupt möglich? Dieses Buch zeigt eindrucksvoll, dass es möglich ist - wenn man einen Hartmann und seine Rolleiflex hat. Und wenn man den Blick auf das Saarland der 1950er Jahre richtet, wo das Wirtschaftswunder ein etwas anderes Gesicht hatte als in der Bundesrepublik Deutschland. Denn die berühmte Autonomiezeit des Saarlandes hat auch in der Wirtschaft besondere Spuren hinterlassen. Mit saarländischen Marken, saarländischen Produkten und der Ausrichtung des Geschäftslebens auf den französischen, später auf den deutschen Markt. Der Saarbrücker Presse- und Industriefotograf Paul Hartmann hat es wie kaum ein anderer verstanden, die faszinierenden Jahre des saarländischen Wirtschaftswunders in ausdrucksstarken Bildern festzuhalten.

 

 

Weitere Fotos von Paul Hartmann können Sie auf unserer Seite Omnibusse 2 sehen

(unter f 2 - A. Götten) und auch auf verschiedenen anderen Saar-Nostalgie-Seiten.

 

Zur Seite 1) Walter Barbian

 


Diese Seite wurde begonnen 2011 und zuletzt bearbeitet am 30.8.2018

 

 

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